Anitkabir (türkisch "Grabdenkmal") ist die Bezeichnung für das
Mausoleum des Mustafa Kemal Atatürk. 1938 wurde der "Vater der Türken"
im Jahr 1953 dort beigesetzt. Das gesamte Monument zählt zu den
bekanntesten Sehenswürdigkeiten Ankaras und stellt ein wichtiges Symbol
der Stadt dar. Das Grab von Ismet Inönü befindet sich ebenfalls im
Anitkabir.
Die Distanz zwischen dem Anitkabir und den Fahnenstangen vor dem Parlamentsgebäude in Ankara beträgt genau 1923 Meter - entsprechend der Jahreszahl der Gründung der heutigen Türkei.
Das Leben des Mustafa Kemal Atatürk nahm am 10.11.1938 ein Ende. Er verstarb im Alter von 57 Jahren. Atatürk war ein großes Vorbild gewesen, das die Türkei mit ihren Staatsreformen zu einem fähigen Mitglied der zivilisierten Gesellschaft gebracht hatte. Nach seinem Tod wollte man ihm und seiner Größe ein Denkmal setzen, welches seine Gedanken und Prinzipien widerspiegeln sollte. So wurde aus der tiefen Trauer um seinen Tod und der Bewunderung für sein Schaffen heraus die Idee für den Bau eines Mausoleums geboren.
Der Hügel Rasattepe, der mit seiner Beobachtungsstation zunächst anderen Zwecken gedient hatte, wurde erst später Anittepe (Monumentshügel) genannt.
Der Hügel diente im 12. Jahrhundert v. Chr. in der Kultur der Phryger als Grabhügel. Nachdem man beschlossen hatte, das ehrgeizige Projekt auf diesem Hügel zu verwirklichen, wurde das Innere des Hügels im Vorfeld von einem Archäologenteam untersucht. Die bei den Ausgrabungen gefundenen historischen Gegenstände werden heute im Ethnografischen Museum ausgestellt.
Nachdem die Errichtung des Bauwerks feststand, konnten die Arbeiten geplant und eingeleitet werden. Am 9.10.1944 wurde schließlich mit einer feierlichen Zeremonie der Grundstein gelegt. Die Bauarbeiten wurden innerhalb von neun Jahren in vier Stufen vervollständigt.
Die Errichtung des Fundaments und der Stützmauern für die Löwenstraße begannen am Tag der Zeremonie und wurden Anfang 1950 fertig gestellt.
Am 29.9.1945 begann der Bau der Gebäude rings um den Festplatz, der am 8.8.1950 abgeschlossen wurde. Gleichzeitig mussten Berechnungen für das Monument aus Beton und Stein durchgeführt werden, welches nicht zu schwer sein durfte, um das Fundament nicht zu sehr zu belasten. Ende 1947 wurden die Ausschachtungs- und die Isolationsarbeiten beendet und eine 11 m hohe Eisenbetonkonstruktion für den Unterbau des Monuments geschaffen.
Die Eingangstürme, die Wege und Straßen, sowie eine Baumschule, die Garten- und Parkgestaltung wie auch die Bewässerungsanlage wurden in diesem Abschnitt fertig gestellt.
Die Auffahrtswege, die Löwenstraße, die Bepflasterung des Festplatzes und des Mausoleumbodens, die Anfertigung der Stufen für die Treppen, sowie die Ausrichtung des Sarkophags wurden in diesen Zeitabschnitt durchgeführt.
In diesem Bauabschnitt (20.11.1950 - 1.9.1953) wurde die Ehrenhalle ausgestattet und die Wandabschlüsse mit Steinleisten verziert. Die Grundkonstruktion für das Gewölbe wurde angelegt.
In den Bauplänen für das Monument war ursprünglich die Errichtung eines auf Säulen getragenen Gewölbesystems geplant. Die Regierung verfügte jedoch eine Verkürzung der Bauzeit in dem man auf das Gewölbe verzichtete und das Bauwerk um 28 m kleiner als geplant erbaute. Nach neuen Berechnungen wurde die Errichtung einer Eisenbetondecke beschlossen, womit die statische Belastung für das Fundament erheblich sank.
Zur Verkleidung des Betonbaus wurde farbiges Travertin benutzt. Die
Innenausstattung des Mausoleums besteht in erster Linie aus Marmor. Das
Travertingestein der Skulpturen, der Löwenfiguren und der Säulen stammt
aus Pınarbaşı (Kayseri), die weißen Travertinsteine, die im Inneren der
Türme verwendet wurden, stammen aus Polatlı und Maliköy. Die auf dem
Boden des Festplatzes und der Türme belegten schwarzen und roten
Steine, wurden aus Bogazköprü (Kayseri) geliefert. Das gelbe
Travertingestein, welches aus Eskipazar (Cankiri) stammt, wurde bei den
Siegesreliefs, der Außenmauer der Ehrenhalle und den Säulen des
Festplatzes als Material eingesetzt. Der cremefarbene, rote und
schwarze Marmor, mit dem der Fußboden in der Ehrenhalle ausgelegt ist,
stammt aus Canakkale, Hatay und Adana, der grüne Marmor aus Bilecik,
der tigerfellfarbene Marmor an den Wänden der Ehrenhalle wurde aus
Afyon geschickt. Der große Steinblock für den Sarkophag stammt aus
Osmaniye, während seine weiße Marmorverkleidung aus Afyon kam.
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