San Miguel de Tucumán ist die Hauptstadt der kleinsten argentinischen Provinz Tucumán mit 833.100 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2004). Die am meisten akzeptierte Deutung des Namen Tucumán leitet sich aus dem Quechua-Wort Yucuman ab, was soviel bedeutet wie "Ort, wo die Flüsse entspringen". Mit San Miguel ist der Erzengel Michael gemeint.
In präkolumbischer Zeit, d.h. vor der Entdeckung durch die spanischen Eroberer waren die Einwohner des Gebietes der heutigen Provinz Tucumán stark von der Inka-Kultur beeinflußt. Diese indianische Gruppe, die Diaguitas-Calchaquíes, besidelte das bergreiche Gebiet des östlichen Tucumán.
1564, 11 Jahre nach der Gründung der ältesten, durchweg bewohnten Stadt Santiago del Estero im Jahre 1953 wurde die Provinz Tucumán, Juríes y Diaguitas mit seiner ersten Stadt Santiago del Estero gegründet.
Ein Jahr darauf, am 31. Mai 1565, gründete Diego de Villarroel die Stadt San Miguel de Tucumán (S.M. de Tucumán). Aufgrund der streitsamen Indianer und der schlechten Wasserqualität am ursprünglichen Gründungsort beschloss der Gouverneur Fernando de Mendoza y Mate de Luna am 27. September 1685 die Stadt zu verlegen und neuzugründen. 1776 wurde Tucumán Teil des Vizekönigreichs des Río de la Plata.
Nach den Geschehnisse des 25. Mai 1810 in Buenos Aires, als sich die Bürger der Stadt gegen den Vizekönig auflehnten, kam 1812 Manuel Belgrano nach Tucumán. Dort besiegt er am 24. September des gleichen Jahres in der Schlacht von Tucumán die königlichen Truppen. Vier Jahre und weitere Schlachten später wurde am 9. Juli 1816 vom Tucumán-Kongress im heute Casa Independencia genannten Gebäude die Unabhängigkeit von Spanien erklärt.
1969 wurde die Guerrilla, die sich schon Jahre zuvor in kleine Gruppen sammelte stärker und es gab viele Attentate in Tucumán.
Am 4. September 1970 übernimmt Carlos Imbaud zum 2. Mal den Gouverneursposten in Tucumán, nachdem er diesen 1962 schon einmal kommisarisch inne hatte. Imbaud versucht verschiedene politische Parteien und die Gewerkschaften mit in seine Politik einzubeziehen. Dies hat aber nicht den gewünschten Erfolg und so war das Jahr 1970 wiederum von heftigen Unruhen geprägt und die Guerrillagruppen Montoneros und ERP Ejército Revolucionario del Pueblo begannen mit ihren bewaffneten Aktionen und Attentaten.
55% der Provinzbevölkerung von Tucumán leben in San Miguel und der nächsten Umgebung, etwa 90% leben im weiteren Einzugsgebiet im Tiefland an einer Nord-Süd-Achse von etwa 80 km Länge, zwischen El Cadillal und Juan B. Alberdi.
Der Zuckeranbau der Provinz Tucumán konzentriert sich rund um die Hauptstadt San Miguel de Tucumán. Wichtigstes ausländisches Unternehmen in der direkten Nähe von San Miguel de Tucumán ist der Lkw-Produzent Scania.
Der Bürgermeister von San Miguel de Tucumán ist Domingo Luis Amaya.
San Miguel de Tucumán besitzt zwei staatliche Universitäten (Universidad Nacional de Tucumán, gegründet 1914 sowie die Universidad Tecnica de Tucumán) und eine Katholische Universität (Universidad del Norte Santo Tomás de Aquino, gegründet 1965), die auch überregionale Bedeutung haben.
Tucumán war früher ein bedeutendes Zentrum des argentinischen Schienenverkehrs. In Tafí Viejo befand sich ein großes, inzwischen stillgelegtes Eisenbahnwerk. Heute ist der Passagierverkehr mit Ausnahme der Strecke nach Buenos Aires zum Erliegen gekommen.
Der öffentliche Personennahverkehr wird von Bussen abgewickelt, die auch in die umliegenden Orte fahren.
Der Flughafen liegt östlich der Stadt nahe des Vororts Alderetes. Von ihm aus gibt es Verbindung in größere Städte Argentiniens sowie nach Bolivien. Der Busbahnhof ist der größte Argentiniens, von hier wird der größte Teil des Personen-Fernverkehrs sowie ein Teil des Nahverkehrs abgewickelt. Er liegt 2 km östlich des Stadtzentrums.
Rund um Tucumán zieht sich eine Umgehungs-Autobahn. Die Stadt ist weiterhin mit mehreren Städten im Nordwesten und Nordosten sowie mit der Pampa-Region durch Nationalstraßen verbunden. Die wichtigste von ihnen ist die Ruta 9, auch Panamericana genannt (sie ist ein Teil des Panamericana-Straßennetzwerks, dessen Hauptachse durch Chile führt), die von Buenos Aires über Rosario, Córdoba, Santiago del Estero, Tucumán, Salta und San Salvador de Jujuy bis in die Grenzstadt zu Bolivien, La Quiaca, führt.
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