Gudula von Brüssel und Eibingen, auch Ergoule, lateinisch Guodila, niederländisch Goedele, französisch Gudule (vermutlich in Merchtem bei Brüssel; † 8. Januar 712 in Hamme, Belgien) ist die Nationalheilige von Belgien und Patronin der Stadt Brüssel. Gudula ist eine Heilige der kath. Kirche. Ihre Reliquie wird in der Pfarrkirche St. Hildegard und St. Johannes d. T. in Eibingen, Deutschland, Hessen, Rheingau aufbewahrt.
Gudula entstammte einer vornehmen Familie aus Brabant. Ihre Mutter war die heilige Amalberga von Maubeuge, ihr Vater Graf Witger von Brabant. Ihr Bruder war der heilige Emembertus von Cambrai, ihre Schwester die heilige Reineldis von Saintes.
Sie wurde von ihrer Patin, der heiligen Gertrud von Nivelles, im Kloster Nivelles erzogen und führte ein von strenger Buße geprägtes Leben. Ihre selbst gebaute Zelle in Hamme bei Aalst war zeitlebens der Ort ihrer christlichen Besinnung. Nach ihrem Tod 712 wurde sie zunächst vor der Kirchentür ihrer Heimatstadt Hamme begraben, während Reliquien nach Moorsel verbracht wurden.
Zwischen 977 und 988 ließ der Herzog von Niederlothringen, Karl von Frankreich, ihre Gebeine nach Brüssel in seine Burgkapelle Saint-Géry bringen. Lambert II. genannt Balderich, Graf von Löwen, ließ die Gebeine 1047 in die Michaelskirche übertragen, die Hauptkirche der Stadt Brüssel, die daraufhin auch der hl. Gudula geweiht wurde. Später wurde an Stelle dieser Kirche eine gotische Kathedrale erbaut, die heute noch als Cathédrale des Saints Michel et Gudule bzw. Sint-Michiels- en Sinte-Goedelekathedraal beiden Heiligen geweiht ist. Am 6. Juni 1579 zerstörten Calvinisten den Schrein, der ihre Reliquien enthielt. Bereits vor der Zerstörung des Reliquienschreines durch die Calvinisten, bekam die Heilige Hildegard von Bingen, wahrscheinlich nach 1150, die wichtige Hauptreliquie der Heiligen Gudula von ihren Freunden aus Brabant geschenkt.
Das Haupt der Heiligen ist in dem ehem. Hildegardiskloster und heutiger Pfarrkirche Sankt Hildegard und St. Johannes d. T. in Eibingen im Rheingau (Deutschland) in einem gläsernen Reliquienschrank im südlichen Teil des Kirchenschiffs aufbewahrt. Es ist eine der wichtigsten Reliquien, die zum Eibinger Reliquienschatz zählen.
Von Gudula wird das "Kerzenwunder" erzählt: In Moorsel ist geschehen, dass ihr der Teufel auf dem Weg zur Kirche die Laterne ausblies. Sie sollte sich verirren. Ein Engel aber zündete die Laterne immer wieder an.
Der Gedenktag der heiligen Gudula ist in Brüssel der 8. Januar. Im Bistum Gent, in dem Hamme und Moorsel liegen, wird ihr Gedenktag am 19. Januar gefeiert.
Da Gudula im Bistum Limburg keinen offiziellen Gedenktag besitzt,
wird der Hauptreliquie der Heiligen am 17. September, dem Gedenktag der
heiligen Hildegard von Bingen, in Eibingen besondere Beachtung
geschenkt.
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