Ghana

Alle Fakten zu dem Land Ghana

Ghana liegt im Westen Afrikas und erstreckt sich mit seiner südlichen Grenze am Golf von Guinea entlang. Der Westen des Landes grenzt an die Elfenbeinküste, der Norden an Burkina Faso und der Osten an das Nachbarland Togo. Der Osten des Landes wird bestimmt durch den Volta-Stausee, dem größten künstlichen See der Erde.

Internationales Kennzeichen:

GH

Geographische Lage:

zwischen 4° 44 und 11° 10 nördlicher Breite sowie 3° 15 westlicher und 1° 11 östlicher Länge

Landesfläche:

238.533 km²
33% Wald
12% Ackerland
14% Wiesen und Weiden

Ausdehnung:

N - S 720 km
W - O 500 km

Küsten:

539 km

Hauptstadt:

Accra

Größte Städte:

Accra (ca. 949.100 Einwohner)
Kumasi (ca. 385.200 Einwohner)
Tamale (ca. 151.100 Einwohner)
Tema (ca. 110.000 Einwohner)
Sekondi-Takoradi (ca. 103.600 Einwohner)

Gliederung:

10 Regionen mit Regionalministern: Ashanti, Brong-Ahafo, Central, Eastern, Greater Accra, Northern, Upper East, Upper West, Volta, Western
110 Distrikte mit „District Chief Executives" und „District Assemblies"

Geographisch Merkmale:

höchster Berg: Afadjoto 885 m
größter See: Volta (Teil) 8462 km²

Beste Reisezeit:

Ganzjährig

Ortszeit/Zeitzonen:

MEZ - 1 (UTC)
Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter www.zeit-online.de

Fremdenverkehrsamt:

Ghana Tourist Board
Tesano
Nsawam Road
PO Box 3106
GH-Accra
Tel: (21) 22 21 53
Fax: (21) 23 17 79
E-Mail: gtb@africaonline.com.gh
Internet: www.africaonline.com.gh/Tourism/

Landessprache:

Amtssprache ist Englisch. Außerdem sind die afrikanischen Sprachen Twi, Fanti, Ga, Ewe, Dagbani, Hausa und Nzima weit verbreitet.

Währung:

1 Cedi = 100 Pesewas
Aktueller Kurs: www.wechselkurse.de

Währungskürzel:

C, GHC (ISO-Code)
Banknoten gibt es im Wert von 5000, 2000, 1000, 500 und 200 C
Münzen im Wert von 500, 200, 100 und 50 C sowie 50, 20 und 10 Pesewas

Kreditkarten:

Werden von größeren Hotels, Restaurants und Banken akzeptiert.Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks:

Sollten in US-Dollar oder britischen Pfund ausgestellt sein.

Bevölkerung:

19.680.000 Einwohner
(zusätzlich etwa 2 Mio. Bürger im Ausland)

Bevölkerungsdichte:

82.5 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Post: Luftpostsendungen nach Europa benötigen etwa zwei Wochen
Telegramme: Können bei der Ghana Telecom aufgegeben werden. Es gibt drei Tarife.
Internet/E-Mail: Hauptanbieter: Ghana.com (www.ghana.com). In Accra gibt es fünf Internetcafés, in Tema eines.
Mobiltelefon: Mobilfunkgesellschaften: Ghana Telecommunications Company Ltd (GSM 900) und SPACEFON (GSM 900).

Strom:

220 V, 50 Hz. Zwei- und dreipolige Stecker.

Vorwahlen:

Nach Deutschland: 0049
Von Deutschland: 00233

Öffnungszeiten:

Geschäfte: Mo bis Fr 8.00-12.00 und 14.00-17.30 Uhr, Mi und Sa von 8.00-13.00 Uhr
Bürozeiten: Mo bis Fr 8.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr und Sa 8.30-12.00 Uhr

Staatsform:

Präsidialrepublik

Staatsführung:

Präsident

Staatsreligion:

keine

Impfbestimmungen:

Zu den aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes >> hier

Visa:

Visum erforderlich. Zur Beantragung eines Visums ist ein mindestens noch 6 Monate über den Aufenthalt hinaus gültiger Reisepass, eine Buchungsbestätigung und 4 Passfotos notwendig. Außerdem ist eine Gebühr zu entrichten, die sich nach der Dauer des Aufenthalt richtet. Antragsdauer: per Postweg mind. eine Woche, persönlich etwa 24 Stunden.

Botschaften/Konsulate:

Botschaft der Republik Ghana
Stavangerstraße 11
10439 Berlin
Tel: (030) 447 90 52
Fax: (030) 447 90 53.
E-Mail: ghanemberlin@t-online.de
Mo-Fr 09.00-15.30 Uhr.
Konsularabt.: 09.00-13.00 Uhr.
Honorargeneralkonsulat in Düsseldorf
Honorarkonsulate in Frankfurt/M., Hamburg, Hannover und Gräfelfing bei München

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Valdemosa Lodge
No. 6, Ridge Street
North Ridge
PO Box 1757
GH-Accra
Tel: (21) 22 13 11, 24 10 82
Fax: (21) 22 13 47.
E-Mail: geremb@wwwplus.com
Internet: www.accra.diplo.de

Ghana (früher Goldküste), liegt in Westafrika und grenzt an Côte d´Ivoire, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantik). Der Volta-See ist der größte Binnensee Ghanas.

Geografie

Die 540 Kilometer lange Küste ist wenig gegliedert. Von der Küstenniederung steigt das Land zum Hochland von Ashanti an (300 - 800 m. ü. M.). Nordöstlich schließt das Voltabecken an. Das Land entwässert großenteils über den Volta, der in seinem Unterlauf durch den Akosombo-Staudamm zu einem der größten Stauseen der Erde aufgestaut wird. Die nördlichen Gebiete zählen bereits zur Großlandschaft Sudan.

Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Norden um 1.000 mm, im westlichen Küstenabschnitt bis zu 2.200 mm. Bei Accra erreicht sie kaum 800 mm. Nur im feuchtheißen Südwesten wächst Regenwald, der in regengrünen Feuchtwald übergeht. Die Waldbestände sind durch die fortschreitende Rodung bedroht. Landeinwärts folgen Feuchtsavanne und Trockensavanne.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Accra 1.963.460 Einwohner, Kumasi 1.468.797 Einwohner, Tamale 360.644 Einwohner und Tema 353.556 Einwohner.

Bevölkerung

Die wichtigsten ethnischen Bevölkerungsgruppen Ghanas sind Akan, Moshi-Dagomba, Ewe und Ga. In Ghana herrscht eine große Sprachvielfalt, Amtssprache ist Englisch. Die Mehrheit der Bevölkerung hat den christlichen Glauben.
Daneben existieren jedoch vor allem im Norden Minderheiten von Muslimen und Anhängern indigener Religionen. Die Lebenserwartung lag 2002 bei Männern bei 55,3 Jahren und bei Frauen bei 57,9 Jahren. Das Pro-Kopf-Einkommen (BSP) lag bei etwa 300 Euro.

Soziale Situation

Die vorherrschende Gesellschaftsstruktur ist die Großfamilie, welche einerseits für jeden Hilfe und Unterstützung bereithält und ihn bei Problemen "auffängt", andererseits aber auch ihren "Zoll" verlangt, und viele müssen bis zur Hälfte ihres Lohnes an die Familie abtreten. Diese Strukturen weichen allerdings in den Städten immer mehr auf und oft findet man schon Kinder, die von ihren Eltern nicht mehr versorgt werden.

Im ganzen Land ist eine starke Wanderung Richtung Süden zu spüren. Jugendliche aus der Zentralregion Ghanas ziehen nach Accra und Tema um dort Arbeit zu finden, während Jugendliche aus den nördlichen Gebieten Zuflucht in Städten wie Kumasi und Sunyani suchen. Da ihr Ausbildungsstand meistens gering und das Arbeitsangebot natürlich begrenzt ist, landen sehr viele dieser Jugendlichen auf der Straße. Der Ausbildungsstand der Bevölkerung ist insgesamt relativ niedrig. Auch wenn viele Leute die Möglichkeit haben eine Grundschule zu besuchen, sind immer noch um die 30 % der Bevölkerung Analphabeten.

Geschichte

Um 1820 übernahm das Colonial Office die britischen Handelsposten an der Goldküste. Es gab Abkommen mit dem Volk der Fanti, die gegen die Ashanti aus dem Binnenland verteidigt wurden. Im Jahr 1874 wurde erklärten die Briten den Küstenstreifen zur Kronkolonie. Das Ashantiland im Innern des Landes als auch die Nordterritorien nördlich davon wurden endgültig 1901 annektiert und vom Gouverneur, dessen Residenz in Accra war, direkt verwaltet. In manchen Küstenstädten wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts indigene Gemeinderäte zugestanden.

1925 kam es unter Gouverneur Gordon Guggisberg zu einer Verfassungsreform. Im Ashantiland und in den Nordterritorien wurde die Indirect Rule eingeführt. Die dortigen Häuptlinge waren dem Gouverneur in Accra direkt unterstellt. In der eigentlichen Colony an der Küste wurde ein Legislativrat mit 29 Mitgliedern eingeführt, in welchem erstmals neun Afrikaner vertreten waren.
Im Zweiten Weltkrieg nahmen über 40.000 Soldaten aus der Goldküste auf der Seite des British Empire teil. Der Großteil davon wurde in Südostasien eingesetzt.

Durch die sogenannte Burns-Constitution wurden 1946 den Nordterritorien und dem Ashantiland Sitze im Legislativrat zugesprochen. Die Stellung der Häuptlinge wurde dadurch weiter gestärkt.
1947 bildete sich die United Gold Coast Convention, zu deren Sekretär Kwame Nkrumah ernannt wurde. Dieser und weitere Führer der UGCC werden ein Jahr später nach Unruhen in Accra vorübergehend inhaftiert. Dieses Jahr kann als Wendepunkt in der ghanaischen Geschichte angesehen werden. Die von Großbritannien eingerichtete Coussey-Kommission schlug vor, eine von der Bevölkerung gewählte Kammer einzurichten, um den Weg zur Selbstverwaltung zu ebnen.

In den folgenden zwei Jahren machte vor allem die Nationalbewegung um Kwame Nkrumah - der sich inzwischen von der UGCC getrennt und die Convention People�s Party (CPP) gegründet hatte - von sich reden. Sie organsierte Boykotte, Streiks und forderte in von Großbritannien Self-Government Now!. 1950 wurde Nkrumah von den Briten inhaftiert. Dennoch konnte die CPP bei den anstehenden Wahlen einen großen Sieg erringen. 1951 gewann sie die Wahlen mit überwältigender Mehrheit. Nkrumah wurde von Gouverneur Arden-Clarke (1949-57) freigelassen und umgehend in die Regierung aufgenommen. Seit 1952 war er Premierminister.

Der Weg in die Unabhängigkeit sechs Jahre später war geebnet. 1954 wurden die Nord-Territorien der Kolonie Goldküste einverleibt.

Am 6. März 1957 wurden die Goldküste und das Aschantiland als Ghana unter Premierminister Nkrumah unabhängig. Nach einer Volksabstimmung trat das britische Mandatsgebiet Britisch-Togoland dem neuen Staat bei. Die Verbindungen nach Großbritannien wurden jedoch nicht gekappt. Als erstes schwarzafrikanisches Land wurde es volles Mitglied im Commonwealth of Nations.

Nach diversen Umstürzen stabilisierte sich die Lage erst 1992 wieder, als Lt. Jerry Rawlings Präsident wurde. 2000 gewann John Agyekum Kufour die Wahl gegen den früheren Vizepräsidenten Atta Mills. Kufour wurde bei den letzten Wahlen im Dezember 2004 im Amt bestätigt.

Flagge

Sie wurde 1957 eingeführt und am 28. Februar 1966 (nachdem sie ausgesetzt wurde) wiederhergestellt. Die Farbe Rot erinnert an das im Freiheitskampf vergossene Blut, Gelb an die Bodenschätze, Grün steht für die Wälder und Felder. Der schwarze Stern gilt als Leitstern der afrikanischen Freiheit.

Wirtschaft

Das Bruttosozialprodukt hatte im Jahr 2002 eine Höhe von 4,7 Mrd. Euro. Es wuchs im Jahr 2003 real um 5,2 % bei einer Inflationsrate von 23,6 %. Die wirtschaftliche Gesamtsituation hat sich seit dem Jahr 2001 etwas stabilisiert. Die Regierung schloss sich dem Entschuldungsprogramm der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die am höchsten verschuldeten Länder an. Die Wirtschaftspolitik gilt als schlüssig.

Kultur

Ghana ist ein sehr harmoniebestrebtes Land, welches Konfliktvermeidung betont. Aggressionen sind unüblich. Das Christentum spielt eine bedeutende Rolle. Die politische Kultur ist durch einen diplomatischen Habitus geprägt. Politiker übernehmen vor allem eine moralisch predigende Rolle und starten zahlreiche Projekte zur Verbesserung des Entwicklungsstandes. Wirtschaftlich führend sind vor allen Dingen libanesische Immigranten.

Verwaltungsgliederung

Ghana gliedert sich in zehn Regionen. Diese sind (in Klammern die Hauptstadt): Ashanti (Kumasi), Brong Ahafo (Sunyani), Central (Cape Coast), Eastern (Koforidua), Greater Accra (Accra), Northern (Tamale), Upper East (Bolgatanga), Upper West (Wa), Volta (Ho) und Western (Takoradi).

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09.02.2012