Der Dolmabahce Sarayi (türkisch für Palast der aufgeschütteten
Gärten) ist ein am Ufer des Bosporus gelegener Palast in Istanbul.
Ursprünglich war Dolmabahce eine Bucht, in der die osmanische Flotte und angeblich sogar die Argonauten lagen. Nach ihrer Verlandung im 17. Jahrhundert entstand dort ein königlicher Garten mit mehreren kleineren Schlössern und Sommerresidenzen.
Unter Sultan Abdülmecit wurde von den armenischen Architekten Karabet und Nikogos Baylan der Dolmabahce Sarayi von 1843 bis 1856 als neue Residenz nach europäischen Vorbildern erbaut und im Laufe der Zeit von verschiedenen Herrschern aus- und umgebaut. Der Umzug des Sultans aus dem alten Topkapi Sarayi geschah 1856. Der Palast enthält neben den repräsentativen Räumen auch einen weitläufigen Flügel für den Sultan und seinen Harem. Das Gebäude misst in der Länge 600 Meter, hat eine Fläche von 45.000 m², 46 Säle, 285 Zimmer, sechs Hamam und 68 Baderäume. Der große Empfangssaal (Muayede Salonu) hat eine Grundfläche von 2000 m² und hat eine 36 Meter hohe Kuppel.
Die prunkvolle Ausstattung mit Marmor, Alabaster und Gold ist ein Zeichen der Verschwendungssucht der osmanischen Herrscher, die auch in der Reformzeit (Tanzimat) angehalten hatte und 1875 zum Staatsbankrott führte.
Nach der Absetzung des Sultans diente der Dolmabahce Sarayi Mustafa
Kemal bis zum Umzug der Hauptstadt nach Ankara (1923) als
Regierungssitz und später noch als Residenz. Mustafa Kemal starb dort
am 10. November 1938.
Heute ist der Dolmabahce Sarayi für den Publikumsverkehr geöffnet, wird
aber auch weiterhin für offizielle Anlässe wie Staatsbesuche sowie als
Staatsgästehaus genutzt.
Weiterführende Links:
Topkapi
Hagia Sophia
Berühmte Bauwerke in Istanbul
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