Izmir ist eine türkische Metropole an der Ägäisküste am Golf von
Izmir. Auf Grund ihrer Schönheit wird sie auch Perle der Ägäis genannt.
Die malerische Stadt war früher unter dem griechischen Namen Smyrna
bekannt und besitzt den zweitgrößte Hafen des Landes (nach Istanbul).
Mit ihren 2.732.669 (Stand: 2004) Einwohnern (im Großraum mit 3.370.866
Einwohnern) ist Izmir die drittgrößte Stadt der Türkei und Hauptstadt
einer gleichnamigen Provinz. Jeden Sommer kommen zahlreiche Touristen
nach Izmir um das Flair der traumhaften Stadt an der Küste zu genießen.
Auf einem Teil der durch den ersten Weltkrieg zerstörten Stadtteile, wurde der so genannte Kulturpark mit dem Messegelände mit etwa 420.000 m² Grundfläche errichtet. Das Stadtzentrum mit der Gemeindeverwaltung (Belediye) und dem Sitz des Provinzgouverneurs (Valilik) befindet sich im Viertel Konak. Die Vororte Karsiyaka, Bornova, Hatay und Buca sind die größten Wohngebiete.
Die meisten Unterhaltungs- und Einkaufskomplexe sind in Konak, Karsiyaka und Bornova, wobei die Industrie in Bornova, Cigli und Gaziemir konzentriert ist. Im nord-östlichen Teil von Izmir erstreckt sich der circa 46 Hektar große Kulturpark mit Zoologischem Garten, Freilufttheater und Messegelände. Izmir wird kulturell als die modernste und verwestlichteste Stadt der Türkei angesehen. Immerhin befinden sich dort vier Universitäten und ein innovatives Institut für Technologie.
Als Wahrzeichen der Stadt gelten der Saat Kulesi (Uhrturm) auf dem Konak-Platz und das Atatürk-Denkmal auf dem Cumhuriyet-Platz (Platz der Republik).
Die Provinz Izmir beherbergt 4,6% der landesweiten Landwirtschaft und 9% der gesamten Industrie. Die Ökonomie basiert auf 30,5% Industrie, 22,9% Handel, 13,5% Transportgewerbe und Telekommunikation und 7,8% Landwirtschaft. Die wichtigsten Exportgüter der Stadt sind Erdölprodukte und Chemikalien, Metall, Textilien, Autos, Lebensmittel (Feigen, Trauben, Oliven und Olivenöl), Bier der Marke Tuborg, Tabak und Wolle.
Die neue Teilringautobahn O30 und die vor erst einigen Jahren eröffnete U-Bahn entlasten die städtischen Straßen, wodurch die bekannten Staus in der Innenstadt nicht mehr so oft zu sehen sind wie früher. Die Stadt hat mit dem Adnan Menderes Airport einen Flughafen, der sich 18 Kilometer außerhalb der City befindet.
Die Herkunft des alten Namens Smyrna ist umstritten:
• Traditionell wird er auf die griechische Bezeichnung für Myrrhe zurückgeführt
• Laut aktuellen Ausgrabungen hieß die Stadt ursprünglich Tismurna, wobei der Ti-Präfix vermutlich eine Person bezeichnet. Türkische Historiker sind der Meinung, dass die Stadt nach einer Amazone benannt wurde.
Die Stadt wurde um 3000 v. Chr. von Lelegern in heutigem Stadtteil Bayrakli gegründet. Zeitweise befand sie sich im Einflussbereich der Hethiter und war ab 688 v. Chr. eine wichtige Stadt der Ionier.
Funde jüngster Ausgrabungen legen nahe, dass das heutige Stadtgebiet vor 8.000 bis 10.000 Jahren besiedelt wurde.
Der lydische König Alyattes zerstörte Smyrna 630 v. Chr. Erst Antigonos I. Monophthalmos gründete 20 Stadien südwestlich der alten Stadt ein neues Smyrna. Der von ihm angelegte Hafen legte den Grundstein für Smyrnas Entwicklung zu einer der reichsten Handelsstädte Asiens.
Nachdem es schon bei der Eroberung durch den römischen Konsul Dolabella sehr gelitten hatte, wurde es 178 und 180 n. Chr. durch Erdbeben noch härter mitgenommen, aber durch Marcus Aurelius wiederhergestellt. Cassius Dio war zeitweilig römischer Curator (Aufseher über die Stadtverwaltung) von Smyrna.
Smyrna war ein wichtiges Zentrum der christlichen Welt. Schon früh etablierte sich eine christliche Gemeinde. Diese Gemeinde ist einer der sieben Gemeinden der Offenbarung des Johannes. Der Kirchenvater Polykarp von Smyrna, Verfasser eines Briefes an die Philipper, war im 2. Jahrhundert Bischof von Smyrna. Auch Ignatius von Antiochien hielt sich in Smyrna auf und soll dort vier der Ignatiusbriefe verfasst haben.
Smyrna gehörte ab 395 zum Byzantinischen Reich. 1083 wurde es zeitweilig von dem Seeräuber Tzachas und 1402 von Timur Lenk erobert. Murad II. eroberte es, nachdem der Großteil Kleinasiens Byzanz bereits verloren gegangen war, 1424 für das Osmanische Reich.
Smyrna war ein wichtiges Zentrum für Händler und Kaufleute in der Zeit der Seldschuken und im Osmanischen Reich und der wichtigste Handelsplatz Kleinasiens. Seine Bevölkerung bildeten orthodoxe Christen, Türken, Juden sowie (katholische) abendländische Christen. Die Bevölkerungsgruppen wohnten jeweils in eigenen Stadtvierteln. Smyrna war Sitz des Generalgouverneurs der Provinz Wilajets Aidin, eines Metropoliten sowie je eines katholischen, griechischen und armenischen Erzbischofs. Smyrna stellte damals ein Zentrum der Teppichweberei dar.
Smyrna wurde 1920 im Vertrag von Sevres Griechenland zugesprochen, jedoch 1922 während des türkisch-griechischen Krieges bei dem Rückzug der griechischen Armee in Brand gesetzt und zerstört. Im armenisch besiedelten Gebiet brach ein Feuer aus und vernichtete einen großen Teil der Stadt. Später wurde die Stadt wieder aufgebaut. Bei der Auseinandersetzung wurden unter der Zivilbevölkerung mindestens 25.000 getötet und ca. 200.000 vertrieben. Ein Teil der griechischen Bevölkerungsmehrheit wurde noch von den Engländern aus der Stadt evakuiert, da man Übergriffe der Türken voraussah, bevor die meisten verbliebenen Zivilisten durch eben diese Akte umkamen. Viele der Griechen emigrierten nach Athen, wo heute noch der Stadtteil Nea Smyrni an ihre Herkunft erinnert. Im Vertrag von Lausanne wurde Izmir und die gesamte Westküste der Türkei zugesprochen.
Das Frühjahr und der Herbst sind angenehm temperiert und daher die besten Zeiten, der Stadt einen Besuch abzustatten. Relativ hohe Temperaturen bestimmen die Sommermonate. Lediglich am Küstenstreifen (Kordon), wo immer eine leichte Brise weht, ist es auch dann angenehm. Der Winter ist durch wechselhaftes Wetter bestimmt: Es gibt frühlingshafte Sonnentage, häufig Regen, aber selten Schneefälle.
• Izmir ist eine der ältesten Städte der Welt.
• Homer, der Dichter der Ilias und Odyssee, soll in Smyrna gelebt haben.
• Drei der in der Bibel erwähnten Sieben Kirchen der Apokalypse befinden sich in der Region Izmir.
• Vermutlich hat Izmir die längste Theke der Türkei, namens Kordonboyu.
• Der Vater und Designer den legendären Morris Austin Mini wurde hier geboren, Sir Alec Issigonis, (1906-1988)
Sehenswürdigkeiten
• die Agora
• Kadifekale
• Kemeralti Bazaar
• Balcova Thermalbäder
• Belkahve
In der näheren Umgebung befinden sich folgende bedeutende Ruinenstätten und Naturschönheiten:
• Ephesos (Selcuk-Efes) mit dem Tempel der Artemis
• Pergamon (Bergama)
• Phokaia (Foca)
• Camalti Vogelparadies
Weiterführende Links:
Ephesos
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