Kenia
Bevölkerung

Kenia nimmt mit etwa 36,7 Millionen Einwohnern Rang 36 unter allen Ländern der Erde ein. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 49 Jahren.
Das Land wird von ca. 40 verschiedenen Kulturen bevölkert. Die meisten Einwohner sind Angehörige von Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba, Kisii), wobei die Kikuyu mit ca. 22 % die größte Ethnie Kenias darstellen. Weiterhin gibt es einige nilotische und hamito-nilotische (Kalenjin, Luo, Massai, Iteso) sowie kleinere ethnische Gruppen wie die el-Molo, Njemps und Rendille, die der ursprünglichen Einwohnergruppe der Kuschiten angehören. Die el-Molo am Turkanasee z. B. haben kaum noch 1.000 Angehörige und vermischen sich so mit den umliegenden Ethnien, dass sie wohl aussterben werden. Der Nordosten des Landes wird überwiegend von Somali bewohnt. An der Küste gibt es wegen der Kontakte über See arabische, indische bis hin zu chinesischen Gruppen und Einmischungen. Aus der jüngeren Geschichte (Kolonialzeit) sind natürlich auch Europäer vorwiegend englischer Herkunft zu finden.
Völker, Sprachen und Dialekte
Die wichtigsten Sprachen von insgesamt 52 Volksgruppen (die Linguisten führen ganz genau 61 Sprachvarianten inkl. indischer Dialekte auf):
- Englisch ist eine der beiden offiziellen Amtssprachen Kenias und besonders durch den Gebrauch als Schulunterrichtssprache weit verbreitet.
- Suaheli (oder Kisuaheli, Swahili) ist die zweite Amtssprache Kenias; es wird an der Küste um Mombasa z. B. bei den Giriamas gesprochen. Gleichzeitig ist Kisuaheli die lingua franca Ostafrikas. In Kenia ist es die vor allem auf dem Land am meisten gesprochene Sprache. Die bekanntesten Wörter aus dem Kisuaheli sind bei uns wohl jambo (Gruß), safari (Reise), simba (Löwe) oder hakuna matata (kein Problem). Auch malaika (Engel) - ein kenianischer Popsong - dürfte z. B. durch Miriam Makebas Song bekannt sein.
- Kikuyu: Sprache der größten Volksgruppe, um Nairobi (41 Prozent); berühmte Kikuyus: Jomo Kenyatta, Mwai Kibaki, Wangari Muta Maathai und Ngugi wa Thiong`o.
- Kamba: dem Kikuyu verwandt, wird von 11 Prozent der Bevölkerung östlich des Mount Kenya gesprochen.
- Luhya: Sprache der gleichnamigen zweitgrößten Volksgruppe (14 Prozent) im Westen um Kakamega (Provinzhauptstadt) umfassend aus mehreren Sprachen z. B. Bukusu, Maragoli, Tiriki.
- Luo: Die Sprache der drittgrößten Ethnie (13 Prozent), wird am Viktoriasee um Kisumu gesprochen. Berühmte Luos: Jael Mbogo, Oginga Odinga und Tom Mboya.
- Kalenjin: Ist eine mehrere Sprachen umfassende Sprachgruppe (11 Prozent), z. B. das Tugen, die Sprache der Ethnie, aus der der zweite Präsident Daniel arap Moi entstammt. Die meisten der kenianischen "Wunderläufer" sind Kalenjin, besonders aus der Ethnie der Nandis.
- Die Sprache der Maas(s)ai und verwandter Völker wie die Samburu oder Njemps ist das Maa
* Indische Dialekte der "Asians" genannten Inder im Land.
- Sheng ist die aktuelle Jugendsprache.
- Ki-Settler ist die auf Kisuaheli basierende lingua franca der weißen Kolonialherren mit ihren Bediensteten, ähnlich dem Fanakalo in Südafrika oder dem Chilapalapa im kolonialen Rhodesien. Die Vorsilbe "ki" steht in den Bantusprachen für "Sprache", heißt hier also: "Sprache der Siedler" (was aber nicht für Kikuyu gilt)
Religion
Über 70 Prozent der Bevölkerung sind Christen: (davon 51 Prozent Anhänger der über 200 verschiedenen afrikanischen Kirchen und Protestanten. 20 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Katholiken). 2005 zählte man ferner knapp 20.000 Zeugen Jehovas im Land. Und mit 105.000 Mitgliedern hat Kenia die größte Quäker-Gemeinde der Welt (Noch vor USA und GB). Mindestens 10 Prozent der Kenianer werden Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen zugerechnet. Daneben gibt es vor allem an der Küste über 20 Prozent Muslime der sunnitischen Richtung.
Weiterführende Links:
Mungiki
Tana
Kilimandscharo
| 06ckr/redschmiede Quelle: wikipedia.de