Kenia

Provinzen

Der Staat Kenia gliedert sich in sieben Provinzen und einen Hauptstadt-Distrikt

Central

Wie der Name nahelegt, liegt die Provinz - mit der Hauptstadt Nyeri - im Zentrum des Landes, nördlich der Hauptstadt Nairobi. Die Temperaturen sind aufgrund der Höhenlage tiefer als in anderen Landesteilen. Central ist ein bedeutendes Kaffeeanbaugebiet. Central hat etwa 4.145.000 Einwohner.

Wichtige Bevölkerungsgruppen sind Bantu wie die Kikuyu, Aembu und Meru. In der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Kenia wurde das Gebiet von Central als White Highlands betrachtet und von weißen Siedlern besiedelt. Dies stieß auf den Widerstand der einheimischen schwarzen Bevölkerung, die ihre Landrechte verletzt sah. So wurde die Provinz zum Zentrum des Mau-Mau-Aufstandes in den 1950er Jahren.

Coast

Die Coast Province (Küstenprovinz) liegt entlang der Küste des Landes am Indischen Ozean. Ihre Hauptstadt ist Mombasa. Die Provinz hat eine Fläche von 84.113 km², auf der etwa 3.035.000 Einwohner leben. Die Bewohner gehören zu den Mijikenda, Swahili und vielen anderen Ethnien. Weitere wichtige Städte sind Diani im Süden, Malindi, Watamu und Lamu im Norden. Diani ist ein Touristenzentrum mit Sandständen und Palmen. Watamu ist eine kleine Fischergemeinde und ist der erste Meernationalpark in Ostafrika.

Eastern

Eastern ist eine Provinz Kenias mit der Hauptstadt Embu. Die Provinz hat etwa 5.277.000 Einwohner. Die Bewohner von Eastern gehören den Kamba (Wakamba) und verschiedenen Hirtenvölkern an. Zur Eastern Province gehören die Chalbi-Wüste, der Mount Kenya und die östliche Hälfte des Turkana-Sees. Im Norden grenzt die Provinz an Äthiopien.

North-Eastern

Die Hauptstadt dieser Provinz ist Garissa. Früher war das im Norden an Äthiopien und im Osten an Somalia grenzende Gebiet als Northern Frontier District (NFD, Nördlicher Grenzdistrikt) bekannt. Die etwa 1.762.370 Einwohner leben mehrheitlich von der (nomadischen) Viehzucht und gehören kuschitischsprachigen Ethnien an, hauptsächlich den Somali (Clans der Darod und Hawiye) und daneben den Oromo.

Befürworter eines „Groß-Somalia“ wollen die North-Eastern Province an Somalia angliedern. Vorherrschende Religion in North-Eastern ist der Islam. Seit Ausbruch des somalischen Bürgerkrieges im Nachbarland ist North-Eastern Standort von Flüchtlingslagern für somalische Flüchtlinge, insbesondere Dadaab bei Liboi. Auch die einheimische Bevölkerung ist mit den Folgen von Dürre und Überschwemmungen konfrontiert.

Nyanza

Nyanza - Hauptstadt ist Kisumu - grenzt an Tansania, Uganda und den Viktoriasee. Nach letzterem ist sie benannt; Nyanza bedeutet in der Sprache der im angrenzenden Tansania lebenden Sukuma große Wassermasse oder See. Die Provinz hat etwa 5.050.000 Einwohner. Wichtigste Bevölkerungsgruppe in Nyanza sind die nilotischen Luo, daneben leben hier auch Bantu-Ethnien wie die Gusii, Kuria und Luhya. Das Klima in Nyanza ist tropisch feucht.

Rift Valley

Rift Valley (RV) ist die größte der sieben Provinzen. Ihre Hauptstadt ist das am Nakurusee gelegene Nakuru. Die Provinz besteht in einem bis 100 km breiten Tal, das sich in Nord-Süd-Richtung vom Turkanasee bis Nairobi zieht. Es ist ein Abschnitt des von dem Geologen und Entdecker John Walter Gregory als Great Rift Valley benannten Ostafrikanischen Grabenbruchs. In dieser beeindruckenden kenianischen Landschaft in der Nähe des Baringosees hatte Gregory den Begriff Great Rift Valley geprägt, der später auf das gesamte System des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ausgeweitet wurde.

Nicht alle in dem Tal liegenden Ebenen sind fruchtbar, es wechseln Graslandschaften mit Wüstengebieten. Die Natronseen (Sodaseen) sind die Heimat einer eigentümlichen Vogelwelt, gekennzeichnet durch das Auftreten der für diesen Teil Afrikas charakteristischen Flamingos. Rift Valley grenzt im Süden an Tansania, im Westen an Uganda und im Norden an Äthiopien und Sudan bzw. das zwischen den drei angrenzenden Staaten umstrittene Ilemi-Dreieck.

Rift Valley ist die an Bevölkerung am schnellsten wachsende Provinz Kenias; im Jahre 1989 gab es etwa 4.981.613 Einwohner, 1999 waren es bereits 6.987.036 und 2007 sind es schätzungsweise 8.786.372. Hier leben verschiedene Bevölkerungsgruppen, darunter die Massai, Samburu, Turkana und Kalendjin. Im Norden leben in Kakuma Flüchtlinge aus dem Südsudan, Äthiopien und Somalia.

Western

Die Provinz hat etwa 4.023.000 Einwohner. Ihre Hauptstadt ist Kakamega Wichtigste Bevölkerungsgruppe in Western ist die Bantu-Ethnie der Luhya. Western reicht von den Hügeln im Norden um Bungoma bis zum Flachland am Viktoriasee bei Busia. An der Grenze zu Uganda liegt der Mount Elgon. In Western befindet sich der letzte Regenwald Kenias, der Kakamega-Wald.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, welche sowohl Subsistenzwirtschaft mit Mais und Hirse als auch den kommerziellen Anbau von Tee und Zuckerrohr sowie Viehzucht (Milchvieh und Geflügel) umfasst. Ferner befindet sich hier eine Papierfabrik, und der Wald von Kakamega wird begrenzt touristisch genutzt.

Weiterführende Links:
Monbasa
Nakuru
Kisumu

| 06ckr/redschmiede Quelle: wikipedia.de

 
 
 

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