
In der griechischen Mythologie ist Korfu die Insel Scheria. Den griechischen Namen Kerkyra erhielt die Insel der Sage nach von der Nymphe Kerkyra, die vom Meeresgott Poseidon auf die Insel gebracht wurde. Phaiakas, das Kind dieser Verbindung, war demnach der Ahnherr der Phaiaken. Die Phaiaken gelten als gastfreundlich. Unter König Alkinoos und Prinzessin Nausikaa nehmen sie z.B. einen zunächst unbekannten Fremdling auf, der sich im Laufe des Gastmahls als Odysseus zu erkennen gibt und die Geschichte seiner Irrfahrten erzählt. Auch Medea und Iason finden auf ihrer Flucht aus Kolchis auf Scheria Unterschlupf.
Durch das Ansteigen des Meeresspiegels wurde Korfu vor etwa 9000 Jahren vom Festland getrennt. Jäger und Sammler besiedelten die Insel im Neolithikum; in der Bronzezeit wurde die Insel erneut besiedelt.
Griechische Siedler aus Erithreia gründeten im 8. Jahrhundert v. Chr. die erste Stadt. Sie nannten ihre Siedlung nach ihrer Gottheit Kérkura Corcyra bzw. Kérkyra. Ende des 7. Jahrhunderts übernahmen Kolonisten aus Korinth die Macht auf der Insel. In einer mächtigen Seeschlacht gelingt es Kérkyra, sich von der Vorherrschaft der Korinther zu lösen. Kérkyra wird zur Seemacht. 480 v. Chr. stellte Korfu die zweitgrößte Flotte der Griechen, 60 Schiffe, nahm aber nicht aktiv am Krieg gegen die Perser teil. Der Historiker Thukydides sieht im Konflikt zwischen Korfu und Korinth um die Stadt Epidamnos und dem Schutzbündnis, das die Athener Korfu gewährten, einen der Anlässe für den Ausbruch des Peloponnesischen Krieges. Im 4. Jahrhundert v. Chr. dehnen die Korfioten ihren Einfluss auf das Festland aus. Zeitweise besetzen sie Butrint, eine wichtige Polis der Chaonier. In der hellenistischen Zeit (ab 300 v. Chr.) war die Unabhängigkeit Korfus bedroht. Die Insel wird von Abenteurern aus Syrakus überfallen, und makedonische Könige, gefolgt von illyrischen Piraten nutzen die Insel für Beutezüge gegen römische Handelsschiffe. In der Folge des Kriegs der Römer gegen die illyrische Königin Teuta wird Korfu die erste römische Provinz in Griechenland. Später ist Korfu Teil der römischen Provinz Macedonia, in augusteiischer Zeit wir die Insel der Provinz Epiros zugeschlagen. Im 3. Jahrhundert bringen die Heiligen Jason und Sosipater Korfu das Christentum.
Von 395 an gehört Korfu zum Oströmischen Reich. Die Insel wird von den Sarazenen, und im 11. Jahrhundert vom normannischen Herzog Robert Guiscard erobert. In der Folge des 4. Kreuzzugs gelangt Korfu nach 1204 unter die Herrschaft des Despoten von Epiros, 1267 zum Königreich Neapel, bis im 14. Jahrhundert die Republik Venedig Korfu erobert. Kulturelle Einflüsse der westlichen Feudalherren verbinden sich mit den einheimischen griechisch-orthodoxen Traditionen zu einer eigenständigen Kultur.
Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert ist Korfus Geschichte von den Kriegen mit den Türken geprägt. Sie plündern die Insel, doch die alte Festung und Angelókastro trotzen ihnen. Die Venezianer ordnen die Beseitigung der Weingärten und die Pflanzung von Olivenbäumen an. Nach dem Ende der Republik Venedig nimmt Frankreich 1797 die Ionischen Inseln in Besitz. Kurze Zeit (1798 - 1807) war Korfu russisches Protektorat. Danach folgt erneut eine französische Periode (bis 1814). 1815 wurde Korfu Teil der Republik der Ionischen Inseln unter britischem Protektorat. In der britischen Zeit entsteht ein großer Teil der modernen Infrastruktur, wie das 700 km lange Straßennetz, das zu den dichtesten in ganz Griechenland zählt. Am 21. Mai 1864 wird Korfu Teil Griechenlands. Während des Ersten Weltkrieges war Korfu 1916/1917 Sitz der serbischen Exilregierung, 1917 wurde hier der Pakt von Korfu zur Gründung eines jugoslawischen Bundesstaates geschlossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Korfu-Stadt von den Italienern und später von den Deutschen schwer bombardiert und teilweise zerstört. Eine Schlacht auf Korfu wurde sogar auf einer modernen russischen Münze (in Silber) verewigt. Seit 1960 Durch den aufkommenden Massentourismus wird der Verfall nach dem Krieg aufgehalten. 1994 ist Korfu Gastgeber des Gipfeltreffens der EU-Mitgliedstaaten, bei dem auch der Beitritt Österreichs zur EU beschlossen und unterzeichnet wurde.
Weiterführende Links:
Roda
Paleokastritsa
Sidari
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