Lettland

Alle Fakten über Lettland.

Lettland zählt zu den Baltischen Staaten und grenzt im Westen an die Ostsee. Im Norden stößt das Land an Estland, im Osten an die Russische Föderation, im Südosten an Belarus und im Süden an das Nachbarland Litauen.

Internationales Kennzeichen:

LV

Geographische Lage:

zwischen 55° 30´ und 58° 04´ nördlicher Breite sowie 21° und 28´ 12´ östlicher Länge

Landesfläche:

64.600 km²
44% Wald
43% Acker- und Weideland

Ausdehnung:

W - O 450 km
N - S 200 km

Küsten:

531 km

Hauptstadt:

Riga

Größte Städte:

Riga (ca. 826.500 Einwohner)
Daugavpils (ca. 118.530 Einwohner)
Liepaja (ca. 98.490 Einwohner)
Jelgava (ca. 70.900 Einwohner)
Jurmala (ca. 59.000 Einwohner)

Gliederung:

7 Stadtbezirke: Daugavpils, Jelgava, Jurmala, Leipaja, Rezekne, Riga, Ventspils
26 Landbezirke: Aizkraukles Rajons, Aluksnes Rajons, Balvu Rajons, Bauskas Rajons, Cesu Rajons, Daugavpils Rajons, Dobeles Rajons, Gulbenes Rajons, Jekabpils Rajons, Jelgavas Rajons, Kraslavas Rajons, Kuldigas Rajons, Liepajas Rajons, Limbazu Rajons, Ludzas Rajons, Madonas Rajons, Ogres Rajons, Preilu Rajons, Rezeknes Rajons, Rigas Rajons, Saldus Rajons, Talsu Rajons, Tukuma Rajons, Valkas Rajons, Valmieras Rajons, Ventspils Rajons

Geographische Merkmale:

höchster Berg: Vidzerne 311 m
längster Fluss: Teil der westlichen Daugava 1060 km

Beste Reisezeit:

Mai bis September

Ortszeit/Zeitzonen:

MEZ + 1 (UTC + 2)
Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter
www.zeit-online.de

Fremdenverkehrsamt:

Baltikum Tourismus Zentrale
(Fremdenverkehrszentrale für Estland, Lettland und Litauen), Berlin
Katharinenstraße 9
10711 Berlin

Tel: (0 30) 89 00 90 91
Fax: (0 30) 89 00 90 92
Homepage: www.baltikuminfo.de

Latvian Tourism Development Agency, Riga

Pils Laukums 4
1050 Riga
Lettland
Tel: (00371) 722 99 45
Fax: (00371) 708 53 93
Email:tda@latviatourism.lv
Homepage: www.latviatourism.lv

Landessprache:

Amtssprache ist Lettisch. Russisch ist im Land weit verbreitet.

Währung:

1 Lat = 100 Santimi
Den aktuellen Kurs gibt es unter www.wechselkurs.de.

Währungskürzel:

L, LVL (ISO-Code)
Banknoten sind im Wert von 500, 100, 50, 20, 10 und 5 L im Umlauf
Münzen im Wert von 2 und 1 L sowie 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Santimi

Kreditkarten:

American Express, Diners Club, Eurocard, Mastercard und Visa werden von den meisten Hotels und Tankstellen angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks:

k. A.

Bevölkerung:

2.424.000 Einwohner

Bevölkerungsdichte:

37.5 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Post: Briefkästen sind gelb. Briefe nach Westeuropa sind etwa 3-4 Tage unterwegs.
Fax/Telegramme: Können teilweise in Hotels und Postämtern aufgegeben werden. Bei Telegrammaufgabe von öffentlichen Fernsprechern muss man die Nummer 06 wählen.
Internet/E-Mail: Hauptinternetanbieter: Apollo. In Riga und einigen anderen größeren Städten sind Internetcafés vorhanden.

Strom:

220 V, 50 Hz

Vorwahlen:

Nach Deutschland: 0049
Von Deutschland: 00371

Öffnungszeiten:

Geschäfte: Mo bis Fr von 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr, Lebensmittelgeschäfte: häufig bis 22 Uhr geöffnet, größere Supermärkte auch täglich rund um die Uhr. Kleiner Geschäfte haben eine Mittagspause. Banken: Mo bis Fr 9-16 Uhr, vereinzelt auch Sa 9-12 Uhr
Behörden: Mo bis Fr 9-13 Uhr
Post: Mo bis Fr 9-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr

Staatsform:

Parlamentarische Republik

Staatsführung:

Präsident

Staatsreligion:

keine

Impfbestimmungen:

Die aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes gibt es unter www.crm.de.

Visa:

Visumfrei für 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 6 Monaten. Notwendig: gültiger Reisepass, noch 3 Monate über den Aufenthalt hinaus, Auslandsreisekrankenversicherung, Rück- oder Weiterreiseticket (oder Kfz), ausreichend Geldmittel

Botschaften/Konsulate:

Botschaft der Republik Lettland
mit Konsularabteilung, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Reinerzstraße 40/41
14139 Berlin

Sprechzeit: Mo, Di und Fr 10-13 Uhr, Do 13-16 Uhr
Tel: (0 30) 82 60 02 22
Tel. Konsularabt.: (0 30) 82 60 02 11
Fax: (0 30) 82 60 02 33
Fax Konsularabt.: (0 30) 82 60 02 44
Email: latconsger@mfa.gov.lv
Homepage: www.botschaft-lettland.de


Embassy of the Federal Republic of Germany, Riga
Raina Bulvaris 13
1050 Riga

Tel: (00371) 722 90 96, 722 48 56, 724 34 45, 722 97 64, 722 55 32
Fax: Botschaft (00371) 782 02 23
Fax Visastelle: (00371) 782 02 24
Email: mailbox@deutschebotschaft-riga.lv
Homepage: www.deutschebotschaft-riga.lv

Lettland (lettisch Latvija) liegt in Nordeuropa, im Zentrum des Baltikums. Lettland grenzt im Süden an Litauen, im Osten an Weißrussland und Russland, im Norden an Estland und im Westen an die Ostsee. Lettland ist etwas kleiner als Bayern.

Geschichte

Seit dem 9. Jahrhundert siedelten Letten im Gebiet des heutigen Lettland. Sie lebten unter lokalen Fürsten, hatten aber keine einheitliche Regierung, was aufgrund der dadurch bedingten politischen und militärischen Schwäche schwedische, Kiewer, polnische und deutsche Interessen anzog.

Christianisierung

Das heutige Lettland gehörte bis ins 12. Jahrhundert zu den letzten verbliebenen heidnischen Gebieten in Europa. Die Hansestadt Lübeck begann um 1158 mit der Konstruktion einer Handelsniederlassung an der Dünamündung, der im Jahre 1185 der Versuch der Christianisierung der Letten von Bremen aus folgte. Bischof Albert I. von Buxhoeveden gründete 1202 in Riga den Schwertbrüderorden (fratres militiae Christi de Livonia), um die baltischen Gebiete zu erobern und zwangsweise zu christianisieren.
Nach der Besetzung weiter Teile des heutigen Lettland wurde mit den Schlachten von Treiden 1211 und Fellin (1217) auch die Eroberung des heutigen Estland abgeschlossen. Danach übernahm eine deutsche Oberschicht die Regierung der bestehenden kleinen Fürsten- oder Herzogtümer. Das entstandene Staatsgebilde wird als Livland bezeichnet. Zum Ende des 14. Jahrhunderts erstreckte sich das Gebiet Livlands damit auf das Territorium der heutigen Staaten Estland und Lettland. Der Name ´Lettland´ (lett. Latvija, lat. Lettia, Lettonia) taucht im Mittelalter nur vereinzelt auf, verschwindet im 15. Jahrhundert nahezu völlig; er wird von ´Livland´ verdrängt und erst im 16. Jahrhundert nach dem Untergang Alt-Livlands gelegentlich gebraucht, bleibt aber auch dann selten und wird erst im 19. Jahrhundert in der Literatur, seit 1918 als Staatsbezeichnung verwendet.

Deutscher Orden

Die Niederlage von 1237 des Schwertbrüderordens gegen Litauen führte zur Übernahme Lettlands durch den Deutschen Orden und der Angliederung Livlands an den Ordensstaat [[1] (http://de.wikipedia.org)], wobei einige Landesteile in der Hand des Bischofs von Riga beziehungsweise der Stadt Riga blieben. Mit der Unterwerfung der Stämme der Liven, Kuren und Semgaller durch den Deutschen Orden kamen deutsche Einwanderer nach Livland. Diese deutsche Oberschicht stellte jahrhundertelang das Stadtbürgertum und den Großgrundbesitz und somit auch die gesamte Intelligenz.

Hanse

Im Mittelalter verbanden sich die livländischen Städte Riga usw. in der livländischen Konföderation mit der Hanse und waren wirtschaftlich durch die Ostseehandelsverbindungen nach Dänemark, Skandinavien und Russland geprägt.

Reformation

In Folge der Reformation wurde der Ordensstaat ein Herzogtum; Livland wurde dabei lutherisch. Livland (als Teil des Ordensstaates) wurde nach Ende des livländisch-litauischen Krieges im Vertrag von Wilna (28. November 1561) aufgeteilt: Estnische Landesteile gingen an Schweden, einige kleinere Gebiete fielen an Dänemark oder kamen unter polnische Hoheit; Kurland wurde als Erbherzogtum vom letzten Deutschordensmeister Herzog Gotthard Kettler unter polnischer Oberherrschaft geführt, der restliche Teil kam zum vereinten Polen-Litauen. Riga kam nach kurzer Unabhängigkeit, ebenso wie einige der dänischen Besitzungen, ebenfalls zu Polen.

Schweden und Polen

1629 eroberte Schweden Livland. Kurland blieb ein selbständiges Herzogtum unter polnischer Oberhoheit. Auch der südöstlichste Teil Livlands um Dünaburg blieb polnisch. Der (Dritte) Nordische Krieg von 1700 bis 1721 brachte dann einen erneuten Herrschaftswechsel. Durch den Frieden von Nystad wurden Livland und Estland russische Provinzen. Durch die Dritte Teilung Polens 1795 kam auch Kurland und Polnisch Livland (Lettgallen) zu Russland. Kurland und Livland bildeten gemeinsam mit Estland die Ostseegouvernements, die eine gewisse Sonderstellung hatten: sie waren von deutschen Oberschichten geprägt und protestantisch; die städtische Selbstverwaltung war stärker ausgeprägt.

Unabhängigkeitsbewegung

Ein erwachendes Nationalgefühl der von Russland dominierten Letten führte zu Unabhängigkeitsbewegungen. Im Jahre 1917 wurden Gebiete im Baltikum umstrukturiert: Livland trat seinen estländischen Teil an Estland ab, bekam dafür aber im Süden Kurland angegliedert. Nach der deutschen Besatzung am Ende des Ersten Weltkrieges kam es zur Unabhängigkeitserklärung (18. November 1918) durch den Lettländischen Volksrat. Die Rote Armee konnte den Anspruch der Sowjetunion gegen das von Esten und Deutsch-Balten unterstützte Lettland nicht durchsetzen und musste sich aus dem Baltikum zurückziehen. Einem gescheiterten Putschversuch der deutsch-baltischen Minderheit folgte dann eine lettische Regierung, die am 11. August 1920 im Friedensvertrag von Ri¯ga auch die Anerkennung durch die Sowjetunion erreichte. Die in diesem Vertrag durch die Sprachgrenze bestimmte Grenzziehung spricht Lettland auch Lettgallen zu. Das damals über eine tolerante Minderheitsgesetzgebung verfügende Land erlebte eine wirtschaftliche wie kulturelle Blüte.

1934-45

1934 endete diese Zeit durch einen Staatsstreich, nach dem Karlis Ulmanis autoritär regierte. Während der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg sah sich Lettland dann zunehmend unter Druck der Sowjetunion und Deutschlands. Am 5. Oktober 1939 zwingt die Sowjetunion Lettland ein Beistands- und Stützpunktabkommen auf. Am 31. Oktober 1939 wurde ein Umsiedelungsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Lettland unterzeichnet, von dem 48.600 Baltendeutsche betroffen waren. Die Aktion wird am 15. Dezember 1939 für abgeschlossen erklärt. Lettland geriet im Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes in die Einflusssphäre der Sowjetunion und musste der Stationierung von Sowjettruppen zustimmen, welche Lettland am 17. Juni 1940 besetzten. 100.000 Letten wurden nach Sibirien deportiert. Eine prosowjetische Regierung ersuchte um Eingliederung in die Sowjetunion - ein Vorgang, der international als Annexion betrachtet und nicht anerkannt wurde.
Von 1941 bis 1945, während des Zweiten Weltkriegs, besetzte die deutsche Wehrmacht Lettland. Das Land trat als Generalbezirk Lettland im Rahmen des Reichskommissariats Ostland unter deutsche Zivilverwaltung, und zwar zum 25. Juli 1941 westlich der Düna (ohne Riga) und ab 1. September 1941 östlich davon. Damit begannen - unter freiwilliger Beteiligung von lettischen SS-Männern - Vernichtungsaktionen der deutschen Besatzungsmacht gegen Juden, die zur fast völligen Vernichtung der Juden Lettlands führten. Auch die verbliebenen Reste der deutschen Minderheit, die jahrhundertelang die Bildungsschicht des Landes gestellt hatte, wurden ausgesiedelt. Lettische Freiwillige, später Zwangsrekrutierte kämpften auf deutscher Seite. Im Herbst 1944 wurde das Land fast völlig von der Roten Armee zurückerobert. Daraufhin erfolgte eine erneute Verschleppung von Letten ins Innere der Sowjetunion. Bis 1953 wurden rund 120.000 Letten, vor allem aus der Ober- und Mittelschicht, getötet, inhaftiert oder deportiert. Zehntausende entzogen sich diesem Schicksal durch Flucht in den Westen, v.a. nach Deutschland, Schweden, und später weiter in die USA und nach Australien. In diesen Ländern entstanden diverse Exilanten-Gemeinden.

Lettische SSR

In der Nachkriegszeit wurde eine Lettische SSR errichtet, die vom Westen zwar nicht anerkannt, aber hingenommen wurde. In dieser Zeit versuchte die sowjetische Zentralregierung, die lettische Bevölkerung gezielt zur Minderheit in ihrem eigenen Land zu machen und siedelte Bürger aus anderen Regionen der UdSSR in Lettland an. Deshalb lebten 1989 nur noch 52% Letten, aber 34% Russen, 4,5% Weißrussen, 3,5% Ukrainer, 2,3% Polen, 1,3% Litauer im Lande. 1935 lebten 77% Letten, 8,8% Russen, etwa 5% Juden, etwa 4% Deutsche, 2,5% Polen, 1,4% Weißrussen und nur 0.1% Ukrainer im Lande.

Erneute Unabhängigkeit

Im Jahr 1990 erklärte Lettland seine Unabhängigkeit, die 1991 zusammen mit der Litauens und Estlands von der Sowjetunion anerkannt wird. Anfangs galt Lettland politisch und wirtschaftlich als instabil. Insbesondere die inzwischen restriktive Minderheitenpolitik wurde international wiederholt bemängelt. Im Laufe der 90er Jahre wurde diese jedoch europäischen Normen angepasst und die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung.
Am 20. September 2003 stimmten in einem Referendum 67% der Letten für den Beitritt ihres Landes am 1. Mai 2004 zur EU, 32% stimmten dagegen und 0,7% enthielten sich, bei einer Wahlbeteiligung von 72,5%. Am 29. März 2004 wurde Lettland auch Mitglied der NATO.

Politik

Lettland ist nach der Entscheidung auf dem EU-Gipfeltreffen am 13. Dezember 2002 in Kopenhagen zum 1. Mai 2004 mit neun weiteren ost-, mittel-, nordost- und südosteuropäischen Staaten in die Europäische Union aufgenommen worden. In einem Referendum am 20. September 2003 stimmte die wahlberechtigte lettische Bevölkerung diesem Vorhaben mit knapp 67% zu. Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Lettland Mitglied der NATO.

Wichtige Städte

• Riga
• Daugavpils (Dünaburg)
• Liepa¯ja (Libau)
• Ventspils (Windau)
• Jelgava (Mitau)

Geographie

Lettland besteht aus den vier historischen Regionen Kurland (Kurzeme) im Südwesten, Livland (Vidzeme) im Norden, Semgallen (Zemgale) im Süden als schmaler Streifen zwischen Daugava und der litauischen Grenze sowie Lettgallen (Latgale) im Südosten, und ist zum größten Teil ein bewaldetes (40% der Fläche) Moränen-Hügelland mit zahlreichen Seen und einer langen, wenig gegliederten Küstenebene. Längste Flüsse sind die Daugava und die Gauja. Die Hauptstadt Riga ist auch in geografischer Hinsicht das Zentrum des dünn besiedelten Landes.

Natur

Neben Hirschen, Rehen und Füchsen kommen auch Elche, Wölfe und Biber vor.

Wirtschaft

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts Lettlands liegt seit der Überwindung der Russlandkrise (also ab 2000) stets über 6 %, 2004 waren es 8,5 %. Das war die höchste Wachstumsrate aller EU-Staaten. Das BIP belief sich für 2004 auf knapp 11 Mrd. ¤, das sind pro Kopf 4.742 ¤ und damit (in Euro gerechnet) das Dreifache des Wertes von 1995. Dennoch liegt Lettland damit auf dem letzten Rang in der EU (zum Vergleich: Deutschland 26.400 ¤) - der Aufholbedarf ist also weiterhin groß.

Direktinvestitionen

Die Summe der ausländischen Direktinvestitionen belief sich bis zur Jahresmitte 2004 auf 3,1 Milliarden Euro. Deutschland belegt mit Gesamtinvestitionen von 435 Mio. Euro (I. Quartal 2004; entspricht 15%) den ersten Rang vor Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen und den USA. Diese Position begründet sich ganz wesentlich in der Expansion der Nord/LB auch nach Lettland (eigene Tochter). Daneben sind folgende Unternehmen große Investoren in Lettland:
• Telekommunikation: TeliaSonera (S/SF, Anteile an Lattelekom und LMT (Mobilfunk)), Tele2 (S)
• Energie: Ruhrgas/eon und Gazprom (D und RU/Anteile an Latvijas Gaze), Den Norske Stats (N/Erdöl (Statoil)), Shell (UK-NL/ Erdöl), Transneftegaz (RU/Erdöl), Nefte (SF/ Erdöl)
• Bankwesen: SEB (S/ Anteile an Unibanka), Hansabanka (EE-SF), Vereins- und Westbank (D)
• Immobilien und Einzelhandel: LinstowWarner (N/Immobilien), Preatoni Group (I/ u.a. Domina Hotels), Polarbek (USA/ Radisson Hotel), Stockmann (SF), Kesko (SF)
• diverse: Rinzai (HKG-SGP/ Acot Industries (Modellbau aus Metall)), SAS (S/DK; Anteile an airbaltic)

Währung und Preise

Die nationale Währung Lettlands ist der Lats (int. Kürzel LVL), der ab März 1993 eingeführt wurde und den Lettischen Rubel ablöste, der als Übergangswährung ein Jahr lang im Umlauf gewesen war. Ein Lats sind 100 Santimi.
Die Preisentwicklung in Lettland ist seit der wirtschaftlichen Depression (Russlandkrise 1998/99) moderat, schritt aber mit Inflationsraten zwischen 2,5 und 3 % stets schneller voran als in den Nachbarstaaten Estland und Litauen. Mit dem EU-Beitritt und durch das starke Wirtschaftswachstum hat sie sich deutlich erhöht und lag für 2004 bei 6,2 %.

Staatsbudget und -defizit

Das Staatsbudget lag 2004 bei 3,9 Mrd. Euro, das Defizit bei 162 Mio. Euro, das sind 1,5 % des BIP. Den wechselnden Regierungen ist es somit gelungen (unterstützt vom starken Wirtschaftswachstum) die Neuverschuldung, die 1999 auf dem Höhepunkt der Russlandkrise noch bei 8,3 % des BIP gelegen hatte, kontinuierlich zu verringern.

Außenhandel

Die Exporte beliefen sich 2004 auf gut 3,15 Mrd. Euro, die Importe auf gut 5,7 Mrd. Euro. Das Defizit in der Handelsbilanz beträgt damit beachtliche 2,55 Mrd. Euro, das sind gut 80 % des Exportwertes oder bald ein Viertel des BIP. Durch positive Bilanzen bei Dienstleistungen sowie bei Direktinvestitionen und sonstigen Transferleistungen reduziert sich dieses Defizit in der Zahlungsbilanz zwar, bleibt aber bei knapp 1,35 Mrd. Euro weiterhin hoch bzw. hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt. Insgesamt hat sich der Außenhandel in gut vier Jahren verdoppelt. 2004 hat sich insbesondere der Warenaustausch mit den unmittelbaren Nachbarstaaten (Estland, Litauen, Russland, Belarus, Polen) intensiviert. Hauptexportländer sind (2004) Großbritannien (13 %), Deutschland (12 %) und Schweden (10 %), Hauptexportprodukte Holz und Holzprodukte (über 30 % der Exporte), Metalle und Metallprodukte (14 %) sowie Textilien (11 %). Hauptimportländer sind Deutschland (14,5 %), Litauen (12,5 %) und Russland (9 %), Hauptimportgüter Maschinen und Elektrogeräte (20 %), Mineralprodukte (v.a. Erdöl, 13 %) und Fahrzeuge (11 %).

Produktionszweige

Das verarbeitende Gewerbe trägt ein Viertel zum BIP Lettlands bei. Wichtige Industriezweige sind:
• Maschinen- und Fahrzeugbau: Waggons, Omnibusse, Waschmaschinen
• Nahrungsmittelindustrie
• Metalle und Metallprodukte
• Textilindustrie
• Holzverarbeitung und Papier
• Dünger

Energie

Lettland erzeugt Elektrizität zu gut zwei Dritteln aus Wasserkraft, die aus drei Wasserkraftwerken an der Daugava stammt. Die restliche selbst erzeugte Elektrizität stammt aus zwei großen Verbrennungskraftwerken bei Riga (TEC-1 und TEC-2), die ein Gemisch aus Schweröl, Erdgas und Torf verbrennen. Torf ist (neben Holz) der einzige primäre Brennstoff, den Lettland selbst produziert, und trägt ein gutes Fünftel zur Energie aus fossilen Brennstoffen bei. Erdöl, Erdgas und Kohle müssen zur Gänze (meist aus Russland) importiert werden. 40 % des Energiebedarfs wird aus Estland und Litauen (Atomstrom aus Ignalina) importiert. Die deutsche Firma Preußen Elektra hat zwar bereits 1995 einen großen Windpark bei Liepaja errichtet, doch ist die Einspeisung von Windenergie noch vernachlässigbar gering.
Neben dem eigenen Energieverbrauch ist Lettland auch ein bedeutendes Transitland für Energie. Von Polock in Belarus verlaufen zwei Erdöl-Pipelines nach Ventspils an der Ostsee sowie eine über lettisches Territorium nach Maz?eikiai in Litauen. Betreiber ist das lettisch-russische Joint-Venture LatRosTrans. Die Endstation der Pipeline, Ventspils, ist (noch) der größten Verladehafen für Erdöl und Erdölprodukte in der Ostsee. Allerdings hat Russlands staatliches Öltransportunternehmen Transneft, das auch an LatRosTrans beteiligt ist (siehe Direktinvestitionen), aus wirtschaftspolitischen Gründen seit 2003 die Pipeline trocken gelegt, um eigene Ölhäfen in Russland (Primorsk bei St. Petersburg, Kaliningrad) zu bevorzugen. Der Ersatztransport über die Schiene konnte diesen Verlust naturgemäß nicht auffangen.

Kultur und Gesellschaft

Lettland wird kulturell vor allem nordeuropäisch beeinflusst. Die Altstädte weisen die typischen im Raum der Hanse verbreiteten Elemente auf. Auch die aktuelle lettische Kultur besitzt vielfache Beziehungen zu Schweden und Finnland, vor allem aber zum norddeutschen Kulturraum. Die Religion ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch, außer im mehrheitlich katholischen Lettgallen; die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist jedoch heute extrem gering, vermutlich eine der niedrigsten in Europa. Die lettische lutherische Kirche ist sehr konservativ und lehnt Frauen als Pfarrer ab. Damit begibt sie sich in eine gegensätzliche Position zu der lettischen Exil-Kirche zum Beispiel in Schweden. In der Folklore spielen auch die Vorstellungen und Lieder der altlettischen Religion noch eine große Rolle.
Der wichtigste Feiertag in Lettland ist Ja¯nis (der Johannistag) am 23. Juni, um den sich viele alte Bräuche ranken.
Lettland ist besonders bekannt für seine Volksmusik-Kultur. Von den typischen Dainas - meist vierzeilige Lieder im Stabreim zu allen nur erdenklichen Themen von der Mythologie bis zu den Niederungen des Alltags - sind inzwischen über eine Million gesammelt worden, was im Verhältnis zur Bevölkerungszahl Weltspitze sein dürfte. Die Niederschrift dieser bis dahin mündlichen Überlieferung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Kris?ja¯nis Barons begonnen; sein eigens dafür gefertigter Daina-Schrank gilt heute als eine Art Nationalheiligtum.
In Ri¯ga (während der Sowjetzeit an verschiedenen Orten im Ausland) findet alle fünf Jahre (zuletzt 2003) ein großes Sängerfest statt, an dem mehrere tausend lettische, exil-lettische und internationale Chöre teilnehmen.
Wie bei den meisten sehr kleinen Völkern findet sich auch bei den Letten ein sehr ausgeprägtes Nationalgefühl.
Wie auch in Estland war die Stadtkultur und der Großgrundbesitz deutschsprachig - und damit auch für Jahrhunderte die Intelligenz des Landes. Nach der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts wurde diese Minderheit ausgesiedelt, da das Baltikum der sowjetischen Interessenssphäre zugeschlagen worden war. Ebensowenig ist die einstmals kulturell bedeutende jüdisch-jiddische Minderheit im öffentlichen Leben mehr existent (siehe auch unter Jiddische Sprache).

Russische Minderheit

Neben der lettischen Mehrheitsbevölkerung (58,8%) gibt es eine starke russische Minderheit (28,8%), und kleine, meist russischsprachige Gruppen wie Weißrussen (3,9%) und Ukrainer (2,6%), sowie Polen (2,4%) und Litauer (1,4%) (Lettisches Amt für Staatsbürgerschafts- und Migrationsangelegenheiten, Januar 2005). Dazu kommt die Minderheit der ca. 1500 Liven, vor allem in Riga und einigen Küstendörfern (siehe auch Livische Sprache, Kurland).
Insbesondere die seit Jahren andauernde systematische Diskriminierung der russischen Minderheit ist immer wieder Gegenstand von Konflikten, da nach Lettlands Unabhängigkeit nur diejenigen die lettische Staatsbürgerschaft erhielten, die entweder vor 1940 auf lettischem Boden geboren worden waren oder direkte Nachkommen solcher Personen sind. Das für alle Übrigen seit 1.2.1995 gültige Einbürgerungsverfahren besteht aus einem Sprachtest und Examen in lettischer Geschichte und Verfassungskunde. Das gilt auch für Personen, die schon seit Jahrzehnten in Lettland leben oder gar dort geboren wurden. Teils aus Desinteresse, teils aus prinzipiellem Protest haben sich viele Russischsprachige (Russen, Weißrussen, Ukrainer) bis heute nicht einbürgern lassen (über die Hälfte). Sie erhalten als so genannte "Nicht-Staatsbürger" eigene Pässe, die ihnen zwar ein uneingeschränktes Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Lettland sowie den Schutz durch den lettischen Staat sichern, andererseits bleiben sie von Wahlen (bislang auch Kommunalwahlen, allerdings umstritten) ausgeschlossen und brauchen für Reisen in die EU ebenso wie nach Russland ein Visum.
Großen Aufruhr unter der russischsprachigen Bevölkerung verursachte die Einführung lettischsprachigen Unterrichts auch an den russischen Schulen: beginnend mit den 10. Klassen müssen seit dem Schuljahr 2004/5 in der Oberstufe mindestens 60% des Unterrichts auf Lettisch abgehalten werden. Zahlreiche Mahnungen seitens des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte haben in den letzten Jahren zu verstärkten Bemühungen seitens des Staats geführt, die Einbürgerungsraten zu erhöhen. Durch den EU-Beitritt ist die Attraktivität des lettischen Passes (Reisefreiheit) für Russen ebenfalls gestiegen. Dennoch stehen den bisher knapp 100.000 Einbürgerungen seit 1995 gut 400.000 "Nicht-Staatsbürger" gegenüber.
Ein weiterer Streitpunkt ist die v.a. bei älteren Letten vorzufindende Verklärung der deutschen Besetzung Lettlands im 2. Weltkrieg, die in Paraden von lettischen Waffen-SS-Veteranen mündet und die das Geschichtsverständnis insbesondere der Russen provoziert, die in den Deutschen die "Faschisten" und in der Roten Armee die "Befreier" Lettlands sehen.

Sport

In Lettland wird gerne Eishockey gespielt. Daneben ist Basketball beliebt, während Fußball erst seit der erstmaligen EM-Qualifikation 2004 eine größere Beachtung findet (v.a. Nationalteam). Siehe auch: Fußball in Lettland

Besonderes

In Lettland stand nach Ansicht einiger Forscher im Jahre 1510 der erste Weihnachtsbaum der Welt. Andere legen diese Erfindung jedoch ins elsässische Straßburg.

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