Litauen

Alle Fakten über Litauen.

Litauen liegt an der Ostsee und ist das südlichste Land der Baltischenstaaten. Im Norden grenzt das Land an Lettland, im Osten an Belarus, im Südwesten an Polen und an Kaliningrad, eine Enklave der Russischen Föderation.

Internationales Kennzeichen:

LT

Geographische Lage:

zwischen 53° 54´ und 56° 24´ nördlicher Breite sowie 21° 06´ und 26° 54´ östlicher Länge

Landesfläche:

65.200 km²
31% Wald
47% Ackerland
17% Wiesen und Weiden

Ausdehnung:

O - W 300 km
N - S 250 km

Küsten:

99 km

Hauptstadt:

Vilnius

Größte Städte:

Vilnius (ca. 573.200 Einwohner)
Kaunas (ca. 410.800 Einwohner)
Klaipeda (ca. 201.500 Einwohner)
Siauliai (ca. 146.500 Einwohner)
Panevezys (ca. 132.300 Einwohner)
Alytus (ca. 77.400 Einwohner)

Gliederung:

10 Bezirke: Alytaus, Kauno, Klaipedos, Marijampoles, Panevezio, Siauliu, Taurages, Telsiu, Utenos, Vilniaus
44 Landbezirke
11 Stadtbezirke

Geographische Merkmale:

höchster Berg: Juozapines 294 m
längster Fluss: Nemunas (Teil) 970 km

Beste Reisezeit:

Mai bis September

Ortszeit/Zeitzonen:

MEZ + 1 (UTC + 2)
Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter
www.zeit-online.de

Fremdenverkehrsamt:

Baltikum Tourismus Zentrale
(Fremdenverkehrszentrale für Estland, Lettland und Litauen), Berlin
Katharinenstraße 9
10711 Berlin

Tel: (0 30) 89 00 90 91
Fax: (0 30) 89 00 90 92
Homepage: www.baltikuminfo.de

Landessprache:

Amtssprache ist Litauisch. Im Land werden eine Anzahl von Dialekten gesprochen, wie Aukstaiciai, Zemaiciai, Suvalkieciai und Dzukai. Polnisch, Belorussisch sowie teilweise auch Englisch und Deutsch werden ebenfalls gesprochen.

Währung:

1 Litas = 100 Centas
Den aktuellen Kurs gibt es unter www.wechselkurs.de.

Währungskürzel:

Lt, LTL (ISO-Code)
Banknoten gibt es im Wert von 500, 200, 100, 50, 20 und 10 Litas
Münzen sind in den Nennbeträgen 5, 2 und 1 Litas sowie 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Centas im Umlauf. Der Litas ist an den Euro gebunden.

Kreditkarten:

Werden akzeptiert in größeren Hotels, Restaurants, Geschäften und Banken. Beispielsweise werden Eurocard und Mastercard angenommen. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.

Reiseschecks:

Werden nur begrenzt akzeptiert.

Bevölkerung:

3.7 Mio. Einwohner

Bevölkerungsdichte:

56.4 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Post : Briefe nach Westeuropa brauchen bis zu 6 Tage. Einige private Postunternehmen bieten Expressdienste an.
Faxservice: Wird im Hauptpostamt von Vilnius und anderen Faxbüros angeboten. Große Hotels verfügen ebenfalls über Faxanschlüsse.
Internet/E-Mail: Internetanbieter: Omnitel und Aiva .
Öffentliche Internet-/E-Mail-Einrichtungen gibt es in der Litauischen Nationalbibliothek und in Internetzentren von Vilnius. Internetcafés sind in allen größeren Städten zufinden.

Strom:

220 V, 50 Hz

Vorwahlen:

Nach Deutschland: 0049
Von Deutschland: 00370

Öffnungszeiten:

Geschäfte: Mo bis Fr 9/19-18/20 Uhr, manchmal ist in der Mittagspause geschlossen, Sa 9/10-15 Uhr; Lebensmittelgeschäfte Mo bis Sa 8-20 Uhr; Supermärkte haben meistens Mo bis Fr von 8-22 Uhr geöffnet, manchmal auch 24 Stunden lang. Buchhandlungen sind montags oft geschlossen.
Museen: Mi bis So 11/12-17/19 Uhr
Post: Mo bis Fr 8/9-16/19 Uhr
Banken: Mo bis Fr 9/10-16/18 Uhr
Behörden: Mo bis Fr 8-12, 13-17 Uhr

Staatsform:

Präsidiale Republik

Staatsführung:

Präsident

Staatsreligion:

keine

Impfbestimmungen:

Die aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes gibts es unter www.crm.de.

Visa:

Visumfrei für 90 Tage. Notwendig: 3 Monate über den Aufenthalt hinaus gültiger Reisepass, Auslandsreisekrankenversicherung, Rück- oder Weiterreisetickets (oder Kfz) sowie ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt.

Botschaften/Konsulate:

Botschaft der Republik Litauen, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Charitestraße 9
10711 Berlin

Sprechzeit: Mo bis Fr 10-13 Uhr
Tel: (0 30) 890 68 10
Tel. Konsularabt.: (0 30) 89 06 81 19
Fax: (0 30) 89 06 81 15
Fax Konsularabt.: (0 30) 89 06 81 26
Email: info@botschaft-litauen.de
Homepage: http://de.urm.lt

Embassy of the Federal Republic of Germany, Vilnius

Sierakausko gatve 24/8
2600 Vilnius

Litauen
Tel: (00370 5) 210 64 00
Fax: (00370 5) 210 64 46
Email: germ.emb@takas.lt
Homepage: www.deutschebotschaft-wilna.lt

Litauen (litauisch Lietuva) gehört zu den drei baltischen Staaten innerhalb Nordeuropas. Litauen grenzt im Norden an Lettland (Grenzlänge 610 km), im Osten an Weißrussland (724 km), im Südwesten an die russische Oblast Kaliningrad (303 km) mit dessen Hauptstadt Kaliningrad (Königsberg), im Süden auf einem relativ kurzen Stück an Polen (110 km) und im Westen an die Ostsee (99 km). Seit dem 29. März 2004 ist Litauen Mitglied der NATO, seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der EU.

Sprachen und Bevölkerung

• Litauisch ca. 2.694.000 Sprechende
• Russisch ca. 344.000
• Polnisch ca. 258.000-400.000
• Weißrussisch ca. 63.000
• Ukrainisch ca. 45.000
• Tatarisch ca. 5.100
• Lettisch ca. 5.000
• Karaimisch < 100

Die russischsprachige Bevölkerung ist zumeist während des Zweiten Weltkriegs nach Litauen gekommen, nachdem das Land von der Sowjetunion besetzt worden war, und konzentriert sich auf die Hauptstadt Wilna sowie die Hafenstadt Klaipeda (Memel) und die umliegende Region Kleinlitauen (Mazoji Lietuva), so dass hier häufig Russisch zu hören ist. Während Russisch bei älteren Litauern (>30 Jahre) als Lingua Franca gelten kann, sprechen jüngere Litauer eher/lieber Englisch als Russisch. In Klaipeda und v.a. auf der Kurischen Nehrung (Neringa) finden sich auch einige Litauer, die noch Deutsch sprechen. Polnisch ist im östlichen Teil, besonders in den ländlichen Regionen um Wilna und im Gebiet um die Ortschaft Dieveniskes, häufig anzutreffen, da dort trotz der Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg eine große polnische Minderheit lebt. Durch die jahrhundertlange Präsenz des Russischen in Litauen hat sich das von den Polen gesprochene Polnisch stark mit russischen Wörtern und Ausdrücken vermischt.
Von der Bevölkerung sind 83,5% Litauer, 6,75% Polen, 6,3% Russen, 1,2 % Weißrussen und 0,65% Ukrainer (Zensus des Statistischen Amtes Litauens vom April 2001).

Geografie

Die Regionen Litauens
Die Litauer teilen ihr Land in vier historische Regionen, die sich hinsichtlich Tradition, Dialekt und Landschaftsbild unterscheiden. Es sind dies: die Aukstaitija(Aukschtaitien/Oberlitauen) rund um die Hauptstadt Wilna, die Zemaitija (Schemaitien/Niederlitauen) mit einem starken eigenen Dialekt, die Suvalkija und die Dzukija. Eine fünfte Region bildet Kleinlitauen (Mazoji Lietuva, auf der Karte hellgrün), das den äußersten westlichen Streifen Litauens bildet und bis 1918 als Teil Ostpreußens zum Deutschen Reich gehörte. Hier, nördlich und südlich der Hafenstadt Klaipeda, grenzt Litauen mit kilometerlangen feinen Sandstränden und Dünen an die Ostsee. Nach Osten hin setzt sich die Landschaft als leicht gewellte Moränenlandschaft fort, unterteilt in die Zemaitija (Schemaitien/Niederlitauen, auf der Karte rot) im Westen und die Aukstaitija (Aukschtaitien/Oberlitauen, auf der Karte grün) im Osten. Die Aukstaitija ist im Grenzgebiet zu Weißrussland sehr hügelig und Seen reich, im Zentrum dieser Gegend liegt der Aukstaitija-Nationalpark. Der an Polen grenzende Teil im Süden Litauens wird als Suvalkija bezeichnet (rund um Marijampole, auf der Karte blau). Dies ist, zusammen mit der zentralen Ebene zwischen Panevezys und Kaunas, der landwirtschaftlich am intensivsten genutzte Teil Litauens. Östlich der Suvalkija bildetdie waldreiche Dzu¯kija (auf der Karte gelb) die Grenze zu Weißrussland. Von dort erreicht der Fluss Nemunas (dt. Memel) beim Kurort Druskininkai litauisches Territorium. Mit 475 Kilometern Länge (Gesamtlänge 937 km) ist er Litauens Größter Fluss und bildet auf seinen letzten 200 Kilometern die Grenze zur russischen Oblast Kaliningrad (nördlicher Teil des früheren Ostpreußen), bevor er bei Rusne ins Kurische Haff mündet. Etwas nördlich der Hauptstadt Wilna befindet sich eine Stelle, die den Anspruch erhebt, der geographische Mittelpunkt Europas zu sein. Die beiden Größten Städte Litauens, Vilnius und Kaunas, sind nicht Zentrum jeweiliger ethnographischer Regionen, sondern liegen an ihrem Übergang.

Verwaltungsgliederung

Die 10 Distrikte Litauens
Litauen besteht aus 10 Distrikten (lit.: apskritys, Singular: apskritis), die jeweils nach ihrer Hauptstadt benannt sind (in Klammern Verwaltungssitze und geografische Lage):

1. Distrikt Alytus (Alytus, Süden)
2. Distrikt Kaunas (Kaunas, südliches Zentrum)
3. Distrikt Klaipeda (Klaipeda, Westen, Küste)
4. Distrikt Marijampole (Marijampole, Südwesten)
5. Distrikt Panevezys (Panevezys, nordöstliches Zentrum)
6. Distrikt Siauliai (Siauliai, nordwestliches Zentrum)
7. Distrikt Taurage (Taurage, Westen)
8. Distrikt Telsiai (Telsiai, Nordwesten)
9. Distrikt Utena (Utena, Nordosten)
10. Distrikt Wilna (Vilnius, Osten)

Die zehn Distrikte werden schließlich in Bezirke unterteilt. Einige Städte gehören keinem dieser Bezirke an, sondern bilden einen eigenständigen Stadtbezirk.

Wirtschaft

BIP
Seit der Überwindung der Russlandkrise von 1998/99 boomt die Wirtschaft aller drei baltischer Staaten. In Litauen lag der Zuwachs des BIP (real) jährlich bei über 6 %, zuletzt (2004) bei 6,7%. Das BIP erreichte damit 17,9 Mrd. ¤. Daraus ergibt sich ein Pro-Kopf-BIP von 5.218 ¤ (Deutschland: 26.400 ¤).

Direktinvestitionen
Die Bedeutung des EU-Beitritts für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist sehr groß. Die ausländischen Direktinvestitionen machen mit 4,7 Mrd. ¤ (I. Quartal 2004) fast ein Drittel des jährlichen Wirtschaftsprodukts aus. Deutsche Unternehmen liegen mit einer Investitionssumme von 416 Mio. ¤ hinter Dänemark und Schweden auf Rang 3 (10 % aller Investitionen). Große Investoren sind u.a.

• Telekommunikation:
TeliaSonera (S/SF): Anteile an Lietuvos Telekomas (590 Mio. ¤, 2002) und an Omnitel TDC (DK): Bite GSM Tele 2

(S) • Finanzwesen:
Hansapank (EE-SF): Hansabankas
Nord/LB (D): Nord/LB Lietuva
SEB (S): Vilniaus Bankas
Ergo (D/Versicherung)

• Nahrungs- und Genussmittel
Philip Morris (USA, Zigaretten)
Carlsberg/Scottish-Newcastle über Baltic Breweries Holding (DK-UK/Brauerei): Anteile an Svyturys-Utenos
Danish Brewery Group (DK/Brauerei): Anteile an Kalnapilis-Tauras
Danisco (DK/Zucker)
Mars (USA/Tierfutter): Masterfoods
KraftFoods (USA/Süßwaren)
Coca-Cola (USA/Limonaden)

• Energie
E.on Ruhrgas und Gazprom (D u. RU/Gas): Anteile an Lietuvos Dujos (Gasversorger) Vattenfall (S): Anteile an Lietuvos Energija (Stromversorger) Yukos (RU/Erdöl): Anteile an Mazeikiu Nafta (Raffinerie) Statoil (N/Erdöl): Statoil Lietuva (Tankstellen)

Handel

Die Exporte beliefen sich 2003 auf 6,71 Mio. ¤, die Importe auf 8,77 Mio. ¤. Der Außenhandel (Exporte wie Importe) hat sich damit seit 1995 verdoppelt. Das Handelsdefizit (2003) erreicht mit 2,06 Mio. ¤ fast ein Drittel des Exportwerts, hat sich aber im Vergleich zu den Jahren der Russlandkrise, als die Absatzmärkte im Osten wegbrachen, deutlich verringert. Hauptexportländer sind die Schweiz (Sonderfall durch Erdölexporte über Handelsfirmen mit Sitz in der Schweiz), Russland und Deutschland, wohin 10 % der Exporte gehen. Nach Russland gehen heute nur noch 10 % der Exporte - 1996 waren es noch knapp 25 %. Haupteinfuhrländer sind Russland (22%, v.a. Rohstoffe) und Deutschland (16%).

Staatsbudget und -defizit / Inflation

Das staatliche Budget betrug (2004) 4,2 Mrd. ¤. Das Wahljahr 2004 hat mit 596 Mio. ¤ ein neues Rekorddefizit (3,3%) markiert (Vorjahre: um die 2%). Die Inflationsrate liegt beständig niedrig, seit 2000 bei unter 1%, erst der EU-Beitritt führte zu einer Infationsrate von etwa 3%.

Produktionszweige

Wichtige Zweige der Industrie sind
• Maschinenbau und Fahrzeugtechnik: Kuro aparatura in Vilnius, Rokiskio masinu gamykla in Rokiskis (Landmaschinen), Vienybe in Ukmerge, Vilma in Vilnius
• Elektrogeräteherstellung: Snaige in Alytus (Kühlschränke), Ekranas in Panevezys (Bildröhren), Tauras in Siauliai (Fernseher)
• Metallprodukte: Vilmeta in Vilnius
• Erdöl und Erdölverarbeitung: Mazeikiu Nafta in Mazeikiai und Butinge, Geonafta in Gargzdai
• Holzverarbeitung und Möbelherstellung / Papier: Vilniaus Baldai in Vilnius, Kauno Baldai in Kaunas, Venta in Siauliai sowie Klaipedos Mediena in Klaipeda, die fast ausschließlich für den schwedischen Konzern IKEA produzieren, Grigiskes in Vilnius (Papier)
• Glas und Keramik: Dvarcioniu Keramika in Vilnius, Panevezio Stiklas in Panevezys
• Textilindustrie: Alytaus Tekstile in Alytus, Audejas in Vilnius, Drobe in Kaunas, Kauno audiniai in Kaunas, Linas in Panevezys (Leinen), Utenos Trikotazas in Utena, Korelita in Kaunas (Chemiefasern), Vernita in Marijampole (Garne)
• Nahrungsmittelindustrie:

Milchprodukte (insbes. Käse): Zemaitijos Pienas in Telsiai, Pieno Zvaigzdes in Vilnius (auch Eiscreme), Kauno pieno centras in Kaunas, Klaipedos Pienas in Klaipeda, Rokiskio Su¯ris in Rokiskis Bier: Utenos-Svyturys in Utena und Klaipeda, Kalnapilis in Kaunas, Gubernija in Siauliai Spirituosen und Sekt: Alita in Alytus, Anyksciu vynas in Anyksciai, Sema in Panevezys, Stumbras in Kaunas, Vilniaus Degtine in Vilnius Konserven: Vikonda in Kedainiai Fleischwaren: Krekenavos Agrofirma im Bezirk Kedainiai, Utenos Mesa in Utena, Vilniaus Paukstynas in Vilnius Zucker: Danisco Sugar in Kedainiai und Panevezys Zigaretten: Philip Morris in Klaipeda Süßigkeiten: KraftFoods in Kaunas, Naujoji Ruta in Siauliai, Vilniaus Pergale in Vilnius
• elektro(nisch)e Komponenten: Vilniaus Vingis in Vilnius, Sigma in Vilnius (Telefon)
• Düngemittel: Achema in Jonava, Lifosa in Kedainiai
• Kunststoffprodukte: Plasta in Vilnius
• Schiffsbau: Baltija, Klaipedos laivu remontas, Laivite und Vakaru laivu gamykla in Klaipeda

Die Land- und Forstwirtschaft trägt noch gut 5% zum BIP bei.

Energie

In Litauen wird etwa 80 Prozent der nötigen Elektrizität durch das Atomkraftwerk Ignalina (Bautyp: Leichtwasserreaktor wie in Tschornobyl) produziert. Damit hat Litauen neben Frankreich momentan (Anfang 2005) den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. Nach der Abschaltung des ersten Reaktors zu Jahresbeginn 2005 soll allerdings auch der zweite (und letzte) Reaktor aus Sicherheitsgründen bis 2009 vom Netz. Danach wird Litauen vom Energieexporteur zum Energieimporteur. Eine Modernisierung und Vollauslastung bestehender Kohle-/Erdölkraftwerke und Wasserkraftwerke soll allerdings den Großteil des Energiebedarfs decken können.

Verkehr

Litauen verfügt über eine große Bedeutung als Transitland zwischen Mitteleuropa und Nordeuropa, zwischen der Oblast Kaliningrad und dem russischen Kernland sowie zwischen Weißrussland und Skandinavien. Die Hauptstadt Vilnius befindet sich auf Grund ihrer Nähe zur stark abgeriegelten EU-Außengrenze nach Weißrussland in einer Art "totem Winkel". Daher hat die zweitGrößte Stadt Kaunas in verkehrsplanerischer Hinsicht eine größere Bedeutung für Litauen als Vilnius.

Straße

Litauen verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz mit Autobahnverbindung (Autobahnen bilden hier keine eigenständige Straßengattung) Wilna-Kaunas-Klaipeda und der Fernstraße E67 "Via Baltica" von Warschau über Kaunas-Riga-Tallinn nach Helsinki. Litauen hat außerdem eine wichtige Funktion als Erdöl-Transitland.

Schifffahrt

In Klaipeda befindet sich ein wichtiger Seehafen mit Fährverbindungen in den gesamten Ostseeraum (u. a. nach Kiel und Sassnitz) und zunehmender Bedeutung für den Frachtverkehr. Daneben ist die Memel für die Binnenschifffahrt befahrbar.

Eisenbahn

Bei Sestokai/Suwalki (PL) befindet sich ein wichtiger Eisenbahn-Grenzübergang nach Polen, der in den letzten Jahren durch die politische Situation in Weißrussland immer mehr an Bedeutung gewinnt, da die wichtigste Alternativstrecke über weißrussisches Gebiet verläuft. Die Bedeutung dieser Strecke wird sich nach der Öffnung der Grenze im Zuge der EU-Osterweiterung voraussichtlich noch erhöhen. Litauens Eisenbahn verkehrt (wie auch im restlichen Baltikum und in Finnland) auf einer Spurweite von 1.524 mm (Mitteleuropa: 1.435 mm), weswegen die Züge von Polen ins Baltikum umgespurt werden müssen. Siehe Lietuvos Gelezinkeliai

Kultur

Kulturelle Übergangszone
Kulturell befindet sich Litauen in einer Übergangszone. Wird der Westen des Landes nahe der Ostsee durch die hanseatisch-nordeuropäischen Traditionen mit starken deutschen, dänischen und schwedischen Einflüssen geprägt (Backsteingotik, Fachwerkhäuser), überwiegen im Osten um die Hauptstadt Wilna polnische Kulturelemente. Durch den römischen Katholizismus der Bevölkerung fanden vor allem in der Architektur viele italienische Einflüsse Eingang in die litauische Kultur (Renaissancekathedrale von Wilna).

UNESCO-Weltkulturerbe
Die barocke Altstadt von Wilna ist ein UNESCO-Weltkulturerbe, ebenso wie die Dünen auf der Halbinsel Kurische Nehrung (Neringa) und die archäologische Stätte Kernave.

Das Teufelssymbol
In Litauen spielt der "Teufel" eine wichtige Rolle in der Mythologie und als Symbol im Alltagsleben. Im Gegensatz zur mitteleuropäischen Vorstellungen gilt er nicht als die Verkörperung des absolut Bösen, sondern mehr als eine Art "Trickser", der den Menschen auch hilft. Deshalb finden sich in der Öffentlichkeit verhältnismäßig viele Teufels-Statuen und -Abbildungen, in Kaunas gibt es ein Teufelsmuseum und in Juodkrante (Neringa) einen Hexenberg.
Als nationales Symbol für Litauen gilt der Kryziu Kalnas ("Berg der Kreuze") bei der Stadt Siauliai.

Tourismus

Litauen bietet sowohl für den kulturell interessierten Reisenden (Architektur, Kirchengeschichte, Jüdische Geschichte, Deutsche und Sowjetrussische Besatzung, Teufel-Symbolik, ...), als auch für den Strandurlauber (teilweise menschenleere und sehr schöne Sandstrände auf der Kurischen Nehrung und bei Palanga) und den Naturliebhaber (Hunderte unberührter Seen, unverbaute Flüsse für Kanutouren) viele Anreize. Zudem ist das Reisen und Leben in Litauen vergleichsweise billig: die Preise für Bus- und Taxifahrten sind sehr gering (z. B. 1 LTL (= 30 Euro-Cent) pro km für eine Taxifahrt), ähnliches gilt für die Gastronomiebetriebe. Auch Hotels sind billiger als in Deutschland. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, die Akzeptanz ist größer als in Deutschland.

Sport

Basketball ist der Nationalsport in Litauen. Bereits 1937 und 1939 konnte Litauen die Europameisterschaften in dieser Sportart gewinnen. Diese Tradition fand ihre Fortsetzung in der sowjetischen Zeit als litauische Spieler immer wieder Teil der UdSSR-Auswahlteams waren. Bekannte Namen sind Kazys Petkevicius, Modestas Paulauskas, Sergejus Jovaisa, Arvydas Sabonis, Rimas Kurtinaitis und Saru¯nas Marciulionis. Bei den ersten Olympischen Spielen nach der wieder erlangten Unabhängigkeit konnte das litauische Basketballteam der Herren 1992 in Barcelona überraschend Bronze gewinnen, ein Erfolg der 1996 und 2000 wiederholt werden konnte. Nach Silber 1995 wurde die neue Generation um Saru¯nas Jasikevicius und Arvydas Macijauskas 2003 Europameister.
Andere Mannschaftssportarten fristen demgegenüber ein Schattendasein. Das Größte Fußballstadion des Landes in Kaunas fasst gerade einmal 20.000 Zuschauer. Bei den olympischen Sportarten hat Litauen eine Tradition guter Werfer (Romas Ubartas und Virgilijus Alekna) sowie Radfahrer(innen) und Ruderer(innen).

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