Luxor

Luxor-Tempel

Der Luxor-Tempel ist eine Tempelanlage im heutigen Luxor in Ägypten. Er wurde zur Zeit des Neuen Reichs errichtet und wurde in der Antike Apet Amun resjet (südlicher Harem des Amun) genannt. Er war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons, geweiht.

Baugeschichte

Aus wieder verwendetem Baumaterial kann erschlossen werden, dass bereits während der 12. Dynastie hier ein Heiligtum errichtet worden war. Unter Pharao Thutmosis III. wurde die Stationskapelle im ersten Hof gebaut.

An der Stelle des Heiligtums aus der 12. Dynastie ließ Amenophis III. durch seinen Baumeister Amenophis (Sohn des Hapu) den heutigen südlichen Teil des Tempels mit Sanktuar, Säulenhalle und dem zweiten Hof errichten. Auch der Säulengang wurde zu seiner Regierungzeit begonnen. Während von Amenophis IV. der Tempel geschlossen, der Name Amun ausgetilgt und in der Nähe ein Atonheiligtum errichtet wurde, baute Tutanchamun am Säulensaal weiter und Haremhab stellte ihn fertig.

Ramses II. ließ den ersten Hof und den großen Pylon mit den Statuen und den Obelisken aufführen. Nektanebos I. gestaltete den Hof vor dem Pylon aus.

Alexander der Große ließ das Sanktuar umbauen. Statt der vier Säulen, die das Dach trugen, wurde eine Kapelle errichtet. In der Römerzeit wurde die Tempelanlage in eine Festung integriert. In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurden vier Kirchen auf dem Gelände errichtet.

Aufbau des Tempels


Sphingenallee

Das Tempelgelände betritt man von der Nilpromenade (Scharia el-Bahr el-Nil) aus und gelangt zuerst auf den Vorhof des Nektanebos I.. Von hier führt eine Allee, die zu beiden Seiten von Widdersphingen flankiert wird, in nordöstliche Richtung. In der Antike verband die Allee den Luxortempel mit dem 2,5 Kilometer entfernten Karnak-Tempel. Im Jahre 2004 war ein großer Teil der Allee noch vom modernen Luxor überbaut, während ein Projekt zur kompletten Freilegung voll in Gange war. Zur Zeit Nektanebos I. wurden zwischen die Widdersphingen Bäume gepflanzt.

Vorhof des Nektanebos I.

Von der Umfassungsmauer, die den Vorhof umgab ist nur wenig erhalten. Bemerkenswert ist eine Serapis-Kapelle im nördlichen Teil des Hofes. Sie ist aus getrockneten Nilschlammziegeln errichtet.

Statuen und Obelisk Ramses II.

Im Südwesten wird der Hof durch einen großen Pylon begrenzt. Vor diesem standen in der Antike zwei Sitzfiguren, vier stehende Statuen und zwei Obelisken Ramses II.. Von diesen existieren hier nur noch die beiden Sitzfiguren, eine stehende Statue und ein Obelisk. Sultan Muhammad Ali verschenkte 1836 den zweiten Obelisken an König Louis-Phillipe von Frankreich. Der Obelisk befindet sich heute auf der Place de la Concorde in Paris. Im Austausch erhielt Muhammad Ali eine Turmuhr für die Alabaster-Moschee in Kairo.

Pylon

Der Pylon wird aus zwei dicken, hohen Mauern beiderseits des Eingangs gebildet, den sogenannten Türmen. Auf der Außenseite der beiden Türme sind Szenen aus der Schlacht Ramses II. mit den Hethitern in versenktem Relief angebracht. Auf dem rechten Turm ist Ramses II. während des Kriegsrats abgebildet und der Ansturm der Hethiter auf das ägyptische Lager. Auf dem linken verfolgt Ramses II. die in Richtung der Stadt Kadesch flüchtenden Hethiter. In den vier Aussparungen im Pylon standen früher vier Fahnenmasten.

Erster Hof

Passiert man den Pylon so betritt man den Hof Ramses II. Der Hof ist mit einer doppelten Säulenkolonade umgeben. Sie besteht aus Papyrusbündelsäulen mit geschlossenem Kapitell. Der östliche Teil des Hofes ist mit der Moschee Abu el-Haggag überbaut. Unter Ihr befindet sich das Grab des Ortsheiligen von Luxor Abu el-Haggag. Die Moschee steht etwa 5 Meter über dem Tempelniveau, da zur Zeit ihres Baus der Tempel bis auf dieses Niveau verschüttet war. Im westlichen Teil steht eine sogenannte dreischiffige Stationskapelle. Die drei Räume sind für die drei Götter Mut, Amun und Chons bestimmt. Die Wände des Hofes sind mit Opferszenen und dem Zug der Söhne Ramses II. geschmückt. Im hinteren Teil befinden sich Statuen Ramses II.

Säulengang

Durchquert man den Hof so erreicht man eine Säulenkolonade mit 7 mal 2 Papyrusbündelsäulen mit offenem Doldenkapitell. Gleich hinter dem Eingang stehen links und rechts jeweils eine Pharaonenstatue und eine Sitzgruppe, die Amun und Mut darstellen. Obgleich sie den Namen Ramses II. tragen werden sie stilistisch der 18. Dynastie und somit einem früheren Pharao zugeordnet. Die Wände des Hofes sind mit Szenen aus dem Opet-Fest geschmückt.

Zweiter Hof

Am Ende des Säulengangs befindet sich der Hof Amenophis III.. Er ist auch an drei Seiten mit einer doppelten Reihe Papyrusbündelsäulen mit geschlossenem Kapitell umgeben. 1989 wurden hier bei Restaurierungsarbeiten in 3 Meter Tiefe verschiedene Statuen von Pharaonen, Göttern und Sphingen aufgefunden. Sie sind im Museum von Luxor ausgestellt.

Säulenhalle

Im Süden schließt sich eine Säulenhalle mit 4 mal 8 der gleichen Säulen wie im Hof zuvor an. Die Reliefs zeigen Amenophis vor den Göttern Thebens und seine Krönung. Links und rechts befinden sich zwei kleine Kapellen für die Göttin Mut und den Gott Chons.

Christliche Kirche und Allerheiligstes

Durch die Tür in der Mitte erreicht man einen Raum, der später zu einer christliche Kirche umgebaut wurde. Links und rechts der Apsis stehen zwei korinthische Säulen. In der Apsis befindet sich ein Durchgang, durch den man in eine kleine Säulenhalle mit 2 mal 2 Säulen gelangt. Dahinter befindet sich das Sanktuar, das für die Barke Amuns bestimmt war. Die Abbildungen zeigen Alexander den Großen vor verschiedenen Göttern. Die weiteren Räume erreicht man durch den Raum im Osten.

Zweck des Tempels

Der Luxortempel erfüllte im Wesentlichen zwei Funktionen. Einmal im Jahr - zum ägyptischen Neujahrstag - wurde das Opet-Fest begangen. Die Statuen der Götter Amun, Mut und Chons wurden in tragbaren Barken vom 2,5 Kilometer entfernten Karnak-Tempel hierher gebracht. Die Feier dauerte anfangs 11 Tage wurde aber in späterer Zeit auf 27 Tage verlängert. An den sogenannten Stationstempeln wurde eine Pause eingelegt und die Barken abgestellt. Das Ziel der Barke der Mut und des Chons waren die Kapellen direkt hinter der Säulenhalle. Nur die Amunbarke wurde ins Sanktuar gebracht.

Die zweite Funktion war die Vereinigung des Königs mit seinem göttlichen Ka. Es war die jährliche Wiederholung - auch am Neujahrstag - der Vergöttlichung des Königs, wie sie schon bei seiner Thronbesteigung erstmals vollzogen wurde.

Weiterführende Links:
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