
Die erste Eisenbahn auf Mallorca, die Ferrocarriles de Mallorca zwischen Palma und Inca, wurde im Februar 1875 eröffnet.
Sie wurde überwiegend mit englischem Material als Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 914 mm gleich 3 englische Fuß gebaut, was die Verwendung damals bereits verfügbarer englischen Dampflokomotiven und Wagen ermöglichte und somit die Kosten niedrig hielt. In den darauf folgenden Jahren wurden die weiteren Strecken über Manacor nach Artà, nach Sa Pobla, von Santa Maria an der Strecke Palma - Inca nach Felanitx und von Palma nach Santanyí errichtet. Viele Strecken wurden inzwischen stillgelegt und abgebaut.
In Betrieb sind derzeit nur die Strecken Palma - Inca - Manacor und Inca - Sa Pobla. Die Bahnanlagen der Strecke Manacor - Artá sind noch vorhanden, aber in einem erbärmlichen Zustand. Diese Strecke soll aber auch saniert und wiedereröffnet werden. Desweiteren soll von Sa Pobla eine neue Strecke nach Alcúdia gebaut werden.
Eine weitere Eisenbahn auf Mallorca ist die Ferrocarril de Sóller (FS) mit der Bahn von Sóller, die zwischen Sóller an der Nordküste und Palma gebaut wurde, um damit landwirtschaftliche Güter, vorwiegend Orangen, aus der Gegend um Sóller zum Markt in Palma zu transportieren. Bis dahin mussten diese mit Karren über die Berge der Sierra de Alfabia gezogen oder von Port de Sóller aus auf dem Seewege um die Insel herumgeschifft werden. Diese 27 Kilometer lange Bahnstrecke mit 13 Tunneln und dem 52 Meter langem beeindruckenden Viadukt Chinc Ponts wurde ebenfalls in 914 mm Spurweite errichtet und nahm im April 1912 am gleichen Tag, als die Titanic sank, den öffentlichen Betrieb mit Dampflokomotiven auf. Der höchste Punkt der Strecke wird durch den 2875 Meter langen Scheiteltunnel Tunnel Major markiert. Auf dem Weg dorthin überwindet die Strecke einige 100 Höhenmeter in einem alpin anmutenden Gelände. Der Höhenunterschied der nördlichen Rampe vom Ausgang des Scheiteltunnels bis nach Sóller wird in einer weiten Kehrschleife und einem Kehrtunnel ausgefahren. Eine Straßenbahn, auch mit 914 mm Spurweite, von Sóller nach Port de Sóller wurde angeschlossen und im darauf folgenden Jahr eröffnet. Die Hauptstrecke wurde 1929 elektrifiziert und benutzt seither dieselben holzverkleideten Triebwagen und Wagen mit ihrem charakteristischen "Wildwest"-Aussehen. Die Triebwagen, wie auch die Streckenführung, erinnern an die frühen Tage der Rhätischen Bahn in der Schweiz, wenn auch mit einer deutlichen mediterranen Note und wurden von Siemens-Schuckert aus Deutschland geliefert.
1875 eröffnete die Betreiberfirma Ferrocarriles de Mallorca die Linie Palma - Inca. Nur 2 Jahre später 1877 nahm sie den Eisenbahnbetrieb zwischen dem Hafen und Palma auf. In den Jahren 1878 bis 1879 folgten die Verbindungen nach Sa Pobla und Manacor. Die erste Dampflokomotive mit der No. 1 und dem Schriftzug "Mallorca" befuhr diese Strecke. 1881 folgte der Abschnitt Alaró zum Bahnhof Consell. Nach eine Pause von 16 Jahren wurde die Strecke nach Felanitx eröffnet. 1889 wurde dann die neue Lokomotive der Firma Nasmith-Wilson in Betrieb genommen. Im Jahr 1902 kam die auf Mallorca gebaute neue Lokomotive Alfonso XIII. hinzu. Durch den Bau eines Tunnels durch die Berge der Sierra de Alfàbia im Jahr 1912 war Sóller von Palma aus zu erreichen. Nur ein Jahr später 1913 wurde dann auch die Straßenbahn von Sóller nach Port de Sóller in Betrieb genommen. Diese beiden Strecken wurden von der Ferrocarril de Sóller bedient. Die Erschließung eines weiteren Trassenteilstückes nach Santanyí wurde in den Jahren 1916 bis 1917 durchgeführt. Somit war der Osten der Insel per Eisenbahn zu erreichen. 1921 schließlich war auch Artà im Norden der Insel als weitestes Zeil von Palma aus erreichbar. In diesem Jahr ging auch die Dampflokomotive der Firma Kopel in Betrieb. Die Elektrifizierung der Strecke Palma - Sóller erfolgte 1927. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Mallorca über ein recht großes Eisenbahnnetz.
Die Aufsicht über den Verkehr auf den Balearen untersteht dem Govern de les Illes Balears, genauer dem Ministerium für Verkehr- und Bauwesen. Die Transport de Illes Balears (TIB) koordiniert als Zentralgesellschaft den Autobus-, Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr.
Ferrocarriles de Mallorca (SFM) Die Ferrocarriles de Mallorca (SFM) ist Betreiber der Bahnstrecken Palma - Inca - Manacor sowie Inca - Sa Pobla.
Seit 2002 werden bei der Ferrocarriles de Mallorca neue
Schienenfahrzeuge der spanischen Firma CFA eingesetzt. CFA fertigt in
über hundertjähriger Tradition in Beasain(Guipuzcoa) Schienenfahrzeuge
unter anderem auch für den Heathrow Express London, die Northern
Ireland Railways Irland und den Northern Spirit in den USA. Für die
Ferrocarriles de Mallorca wurden die Entwürfe, Planungen, Fabrikation
und Testfahrten in der Zeit von 1995 bis 1998 realisiert.
Jeder Dieseltriebwagen verfügt über 2 Dieselmotoren mit hydraulischem Getriebe und zeichnet sich durch folgende technische Daten aus:
• Länge: 32 m
• Spurweite: 1000 mm
• Fahrzeugbreite: 1,2 m
• Höhe: 3,745 m
• Türen auf jeder Seite: 2
• Türbreite: 1,2 m
• Geschwindigkeit maximal: 100 km/h
• Motorenleistung gesamt: 620 KW bei 2100 U/min
• Sitzplätze je Einheit: 252
• Stehplätze je Einheit: 156
Sonderausrüstung:
• Zugführungssystem
• Automatische Stationsansage, Sprechfunksystem
•
Mechanisch-Pneumatische Türautomatic mit Sensorüberwachung
• Feuerlöschsystem
• Klimaanlage mit separaten Dieselgenerator
Ferrocarriles de Mallorca verbuchte im Jahr 2005 einen neuen Passagierrekord. In 4/2005 wurden 320.000 Fahrgäste gezählt. Die Gesellschaft wird deswegen ihren Fahrzeugbestand aufstocken.
Die Ferrocarril de Sóller ist Betreiber der Bahnstrecke Palma - Sóller und Sóller - Port de Sóller. Auch diese wurden in der Spurweite drei englische Fuß - das entspricht 914 Millimetern - gebaut. Gefahren wird mit 1200V Gleichstrom. Zur Elektrifizierung kam es 1927 nachdem sich viele Fahrgäste über die Rauchbelästigung in den Tunnel beschwert hatten. Ausgeführt wurde diese von der Firma Siemens-Schuckert. Der Zusammenbau der holzverkleideten Fahrzeuge erfolgte jedoch direkt auf der Insel. Die alten Dampflokomotiven wurden an die Ferrocarriles de Mallorca verkauft.
Zeitgleich mit dem Bau der Bahn von Palma nach Sóller begann man mit dem Bau der 5 km langen, als Straßenbahn geplanten, Verbindung von Sóller nach Port de Sóller. Die Straßenbahn fuhr von Anfang an mit 600 Volt Gleichstrom. Sie verdankt ihre Existenz einem Gesetz über den Bau von Kleinbahnen in Spanien. Dieses besagte, dass eine Eisenbahnstrecke nur Subventionen bekam, wenn sie länger als 30 km war. Da die Strecke von Palma nach Sóller nur 27 Kilometer betrug, entschloß man sich, die Straßenbahn offiziell als Verlängerung der eigentlichen Strecke mitzubauen, um so den gesamtem Streckenabschnitt auf über 30 Kilometer anzuheben.
Im Mai 2005 stimmte die Balearenregierung einer Konzessionsverlängerung der Bahn bis zum Jahr 2060 zu. Innerhalb Palmas soll Sóller Zug als Straßenbahn verkehren. Ferrocarril de Sóller investiert in dieses Unternehmen 14 Millionen Euro.
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