
Die Canarios - der Übrbegriff für die Einwohner der kanarischen Inseln - sind von ihrer Mentalität vorübergehend offene und freundliche Menschen. Im Gegensatz zum sprichwörtlichen Stolz der Spanier oder sogar Überheblichkeit und Ausländerfeindlichkeit, sind die Einheimischen sehr geduldig und hilfsbereit. Auch wenn sie nicht gleich mit jedem Freundschaft schließen, bemühen sie sich um jeden Fremden. Ihre aufbrausende oder emotionale Seite zeigen sie nur ihrer Familie, Fremden gegenüber sind sie eher zurückhaltend und ruhig. Die Familie genießt Respekt - Kinder werden umsorgt und ältere Menschen mit Achtung behandelt. Die ausgeprägtesten Charaktereigenschaften der Canarios sind wohl ihrer Ausgeglichenheit und Gelassenheit. Jedes Problem wird mit Ruhe und Sorgfalt durchdacht und behoben, Stress tut nicht not. Was nicht sofort gemacht werden muss, dauert dafür meistens etwas länger.
Die berühmten Fiestas der Inselbewohner dauern meistens mehrere Tage - und das mit Elan und viel guter Laune. Die Tage oder Wochenenden vor und nach dem eigentlichen Feiertag werden gerne großzügig beim Feiern mit eingeschlossen. Die Fiestas werden meist nach dem Kirchenkalender gerichtet, obwohl die überwiegend katholisch getauften Canario keine großen Kirchengänger sind. Das richtige Feiern der Feiertage steht also im Vordergrund. Prozesionen, Festreden, Messen und Kostüme gehören zu den Meisten Feiern dazu.
Eine nette Tradition der Inselbewohner ist, wie überall in den warmen Ländern, die Siesta. Üblicherweise findet diese zwischen 13.00 und 17.00 Uhr statt, natürlich nur da, wo es geht - eher also in den weniger touristisch erschlossenen Gebieten. Die Geschäfte dort bleiben in der Regel ganztägig geöffnet.
Lucha Canaria bezeichnet ein althistorischer kanarischer Ringkampf, bei dem zwei "Pollos", die Kampfhähne vor Publikum in einem Doppelring mit festgestampfter Erde - "Terrero" genannt - ihre Kräfte messen. Begründet, beziehungsweise schriftlich festgehalten, wurde diese Tradition im Jahr 1420 von dem spanischen Chronist Alvar Garcia Santa Maria . Er beschrieb eine Art Ringkampf, bei dem Altkanadier auf diversen Festen Zweikämpfe austrugen. Heute wird diese Sportart auf teneriffa groß geschrieben - die Käpfer werden hoch verehrt und der Kampf erfolgt erst nach einem noblen Eingangritual, bei dem die "Pollos" eine gewisse Haltung einnehmen. Der Kampf besteht aus maximal drei Runden, die jeweils drei Minuten dauern. Gewonnen hat, wer den Gegner zweimal geworfen hat. Dann kann der Sieger bis zu drei weiteren Gegnern gegenübergestellt werden.
Die Volksmusik ist ein fester Bestandteil der Canarios. Jede Insel hat eigene Trachten und Gebräuche, die meistens religiöse Ursprünge haben. Doch die Volksmusikusik erinnert überall an die Rolle des Archipels als Bindeglied zwischen Spanien und Lateinamerika. Die Lieder klingen teils spanisch, teils könnten sie aber auch aus Mexico oder Peru stammen. Gleich ist allen der leidenschaftliche Klang und der schnelle Rythmus, der die Lebensfreude der Menschen verdeutlicht.
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