Pergamon (türkisch Bergama) ist eine antike Stadt an der Küste
Kleinasiens. Sie liegt etwa 90 km von Izmir entfernt und wuchs während
des Hellenismus unter der Attalidendynastie zum Zentrum eines
bedeutenden Königreichs heran.
Pergamon war einst eine prachtvolle Stadt und verfügte nach Alexandria über die zweitgrößte Bibliothek der antiken Welt. Nach einer über Plinius von Varro überlieferten Legende wurde das Pergament in Pergamon erfunden, als die Ptolemäer den Export von Papyrus einstellten. Teils aus Konkurrenzdenken, teils aus der Not heraus erfand man deshalb ein neues Schreibmaterial für die Buchrollen: das Pergament aus feiner Kälberhaut. Später wurde auf dieser Basis das Pergamentpapier entwickelt. Eine nette Legende, aber nicht unbedingt die Wahrheit – Zwischenzeitlich wurden viel ältere Pergamentreste gefunden.
Im von Philetairos (vielleicht einem Eunuchen) gegründeten Pergamon, der das Land seinen Neffen vererbte, regierten die Attaliden mit Weisheit und Güte. Viele erhaltene Dokumente belegen, dass die Attaliden das Wachstum der Städte durch die Entsendung erfahrener Handwerker und Steuererlass unterstützten. Die Herrscher beließen die griechischen Städte ihres Territoriums in nomineller Unabhängigkeit. Sie ließen griechischen Kultheiligtümern wie Delphi, Delos und Athen Geschenke zukommen. Man besiegte sogar die eindringenden Kelten und gestaltete die Akropolis von Pergamon nach der Akropolis von Athen um.
Die Attaliden gehörten zu den loyalsten Unterstützern Roms unter den
hellenistischen Nachfolgestaaten. Für die Unterstützung gegen die
Seleukiden wurden sie mit den ehemaligen seleukidischen Gebieten in
Kleinasien belohnt. Attalos III. von Pergamon, der 133 v. Chr. ohne
Erben starb, vererbte Pergamon an die Römer.
Weiterführende Links:
Milet
Ephesos
Essen & Trinken in der Türkei
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