USA

Alle Fakten über die USA


Die USA erstrecken sich über den größten Teil Nordamerikas und grenzt im Norden an Kanada, im Süden an Mexiko und den Golf von Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik. Die USA ist der drittgrößte Flächenstaat der Welt. Wirtschaftlich und politisch gesehen sind die USA die führende Nation der Welt. Gründe hierfür sind unter anderem die natürlichen Ressourcen.

Internationales Kennzeichen:

USA

Geographische Lage:

Festland:
    zwischen 25° 07´und 49° 23´nördlicher Breite sowie
    65° 57´und 124°44´westlicher Länge
Alaska:
    zwischen 51° 16´und 71° 23´nördlicher Breite
    sowie 130°und 172°26´östlicher Länge
Hawaii:
    zwischen 154° 40´und 178° westlicher Länge
    sowie 18° 54´und 28° 15´nördlicher Breite

Landesfläche:

9.772.614 km²
29% Wald und Buschland
26% Wiesen und Weiden
20% Ackerland

Ausdehnung:

W-O 4.500 km
N-S 2.500 km

Küsten:

19.900 km

Hauptstadt:

Washington

Größte Städte:

New York (7.380.900 Einwohner)
Los Angeles (3.553.600 Einwohner)
Chicago (2.721.500 Einwohner)
Houston (1.744.000 Einwohner)
Philadelphia (1.478.000 Einwohner)
San Diego (1.171.100 Einwohner)
Phoenix (1.159.000 Einwohner)
San Antonio (1.067.800 Einwohner)
Dallas (1.053.200 Einwohner)
Detroit (1.000.200 Einwohner)

Gliederung:

Bundesstaat mit Bundes (Federal)-, Landes (State)-,
Kreis (County)- und Gemeindeverwaltung
Im Einzelnen:
Bundesstaaten:
Alabama
Alaska
Arizona
Arkansas
Colorado
Connecticut
Delaware
District of Columbia
Florida
Georgia
Hawaii
Idaho
Illonois
Indiana
Iowa
Kalifornien
Kansas
Kentucky
Lousiana
Maine
Maryland
Massachusetts
Michigan
Minnesota
Missouri
Mississippi
Montana
Nebraska
Nevada
New Hampshire
New Jersey
New Mexico
New York
Norddakota
Nordkarolina
Ohio
Oklahoma
Oregon
Pennsylvania
Rhode Island
Süddakota
Südkarolina
Tenessee
Texas
Utah
Vermont
Virginia
Washington
West Virginia
Wisconsin
Wyoming

Beste Reisezeit:

Europäer bevorzugt als angenehmste Reisezeit den Herbst (Indian Summer - von September bis November)
Florida Reisende sollten im Winter den Staat erkunden.
In Kalifornien und Hawaii herrscht das ganze Jahr über ein angenehmes warmes Klima.

Zeitzonen:

Die USA hat 6 Zeitzonen
Eastern Standard Time/New York: MEZ - 6 (UTC - 5)
Central Standard Time/Chicago: MEZ - 7 (UTC - 6)
Mountain Standard Time/Salt Lake City: MEZ - 8 (UTC - 7)
Pacific Standard Time/Los Angeles: MEZ - 9 (UTC – 8)
Yukon Time/Alaska-Festland: MEZ - 10 (UTC - 9)
Alaska-Hawaii Time/Hawaii und Aleuten-Inseln westlich von Alaska: MEZ - 11 (UTC - 10)
ACHTUNG: Von April bis Oktober werden die Uhren in allen Staaten um 1 Std. vorgestellt,

außer in Indiana, Arizona und in Hawaii.


Aktuelle Uhrzeiten der ganzen Welt finden Sie hier unter

www.zeit-online.de


Fremdenverkehrsamt:

Visit USA - Komitee Germany e.V.
Tel: (0190) 78 00 78 (USA-Infoline, Gebühr 1,21 Euro pro Minute, Prospektversand und Information)
für eilige Antworten Weiterleitung an Call-Center (12-18 Uhr Mo bis Fr); für nicht so eilige Infos kann mit einem mit 0,56 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag eine Liste der wichtigsten touristischen Leistungsträger beim Visit USA-Komitee angefordert werden (Dauer etwa 1 Woche).
Fax: (06 11) 954 59 97
Homepage: www.usa.de
Meso Amerika Kanada Reisen GmbH
(Generalagentur für Amtrak und Greyhound), Berlin
Wilmersdorfer Straße 94
10629 Berlin

Tel: (0 30) 881 41 22
Fax: (0 30) 883 55 14
Amtrak-Broschüre über Züge und Strecken erhältlich über: (0 34 75) 68 28 24.
Email: info@alternativ-tours.de
Homepage: www.alternativ-tours.de

Landessprache:

Englisch

Währung:

Währung: 1 US-Dollar = 100 Cents
Währungskürzel: US$, USD (ISO-Code)
Banknoten gibt es im Wert von 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 US$
Münzen in den Nennbeträgen 1 US$ sowie 50, 25, 10, 5 und 1 Cent
Den aktuellen Wechselkurs gibt es unter www.wechselkurs.de

Bevölkerung:

275.900.000 Einwohner

Bevölkerungsdichte:

28 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Achtung: In den USA gibt es verhältnismäßig wenige Postämter, dafür gibt es an jeder Ecke Briefmarkenautomaten (sind in der Regel 20% teurer).
Öffnungszeiten der Postämter: Mo-Sa 09.00-17.00 Uhr. In den Großstädten sind die Hauptpostämter 24 Std. lang geöffnet. Luftpost nach Europa ist bis zu einer Woche unterwegs.

Internet/E-Mail:

Öffentlicher Zugang zu Internet/E-Mail in Geschäftszentren, Hotels und an Flughäfen. Internetcafés gibt es Landesweit überall. Hauptinternetanbieter: America Online (Internet: www.aol.com), AT&T Business Internet Services (Internet: www.attbusiness.net), Cable & Wireless (Internet: www.cw.com), City Online (Internet: www.citycom.com), MindSpring Enterprises (Internet: www.earthlink.net), WinStar (Internet: www.winstar.com), VPM Internet Services (Internet: www.vpm.com).

Strom:

110/120 V, 60 Hz. Adapter erforderlich.

Vorwahlen:

Von Deutschland: 001
Nach Deutschland: 01149

Öffnungszeiten:

Banken: Mo bis Fr 9-15 Uhr;
Büros: Mo bis Fr 9-17/17.30 Uhr;
Geschäfte: Mo bis Sa meist 9/9.30 - 17.30/18 Uhr
Einkaufszentren bis 21 Uhr, vielfach sind Shopping Malls auch an Wochenenden geöffnet
kleine Lebensmittel- und Alkoholgeschäfte auch 24 Stunden;

Staatsform:

Präsidiale bundesstaatliche Republik

Staatsführung:

Präsident

Staatsreligion:

keine

Impfbestimmungen:

Die aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes unter www.crm.de

Visa:

Touristen erhalten im Flugzeug ein 90 Tage Touristenvisum.
Benötigt wird: Für die Aufenthaltsdauer gültiger Reisepass (ab dem 1. Oktober 2003 nur noch maschinenlesbarer roter Europapass), Rück- oder Weiterreisetickets sowie ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt.

Botschaften/Konsulate:

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, Berlin
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Neustädtische Kirchstraße 4-5
10117 Berlin

Sprechzeit: nach telefon. Vereinbarung
(keine Visa, keine Visa-Inform.)
Tel: (0 30) 238 51 74
Fax: (0 30) 238 62 90
Homepage: www.us-botschaft.de
Embassy of the Federal Republic of Germany, Washington
4645 Reservoir Road N.W.
Washington
, D.C. 20007-1998/USA

Tel: (001 202) 298 81 40 (Zentrale)
298 43 60 (Rechts- und Konsularabteilung)
298 43 79 (Wirtschaftsauskünfte)
298 43 46 (Landwirtschaft und Verkehr)
298 42 51 (Presseabteilung)
Fax: (001 202) 298 42 49, 333 26 53
Email: ge-embus@ix.netcom.com
Homepage: www.germany-info.org

Geographie

Außer Alaska und Hawaii liegen 48 der 50 Staaten der USA und der District of Columbia zusammen innerhalb einer gemeinsamen Grenze und bilden das Kernland der USA. Hawaii liegt zudem auf dem asiatischen Kontinent.
Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains oder die Appalachen, trockene Wüsten im Südwesten,Vulkanlandschaften auf Hawaii, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA.
Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa.
Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 48. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii, sowie die politisch an die USA angeschlossen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone.
Die USA haben Grenzen zu Kanada und Mexiko.
Im Norden grenzen die 48 zusammenhängenden Staaten an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifik. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifischem Ozean liegen rund 4.500 km.
Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
Grenze zu Mexiko: 3.326 km
Küstenlinie: 19.924 km

Bevölkerung

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer, englischer, deutscher und irischer Herkunft. Später folgten Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäisch-stämmigen US-Amerikaner bilden heute 74% der Bevölkerung der USA.
Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z.B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea und den Philppinen, zog es seit dem 19. Jahrhundert vor allem an die Westküste der USA. Sie bilden jedoch insgesamt eine relativ kleine Gruppe (ca. 4%). Die Einwanderungspolitik war gegenüber Asiaten besonders restriktiv.
Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt weniger Geld, leben kürzer, haben eine schlechtere Ausbildung und landen öfter im Gefängnis. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. In den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen oft noch nach Rassen getrennt.
Vor allem im Süd-Westen der USA gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13%), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch indigene Völker Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

Religion

Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54% der Bevölkerung als protestantisch, 25% als römisch-katholisch, 10% gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5% waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3% waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2% waren Mormonen, 2 bis 3% Juden und weniger als 2% moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5%, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die römisch-katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen.
Die Zahl der Christen ist für ein westliches Industrieland sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2%) bis 2004 (81%) abgenommen.

Politik

Hauptartikel: Politisches System der USA
Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn George Bushs, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive.
Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen, Kriegserklärungen auszusprechen und Verträge mit fremden Ländern zu unterzeichnen.
Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit.
Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer.
Um Gesetz werden zu können, muss eine Gesetzesvorlage sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt.
An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat.
In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner).
Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als - womöglich entscheidender - Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt.

Innenpolitik

In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (1993-2001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.
Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger.
Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle.
Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.

Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolatem Zustand. Es werden jährlich circa 1800 Milliarden US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Selbst diejenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.

Außenpolitik

Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.

Früher Isolationismus

Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner "Amerika den Amerikanern" gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.

Frühes 20. Jahrhundert

Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901-1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als "internationaler Polizist" zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen.
Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913-1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegs-Ordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.

1920 bis zur Nachkriegszeit

Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potential der USA die Entscheidung. Die Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombombenabwürfe zur Erzwingung der japanischen Kapitulation tatsächlich notwendig waren. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können.
Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des "roll back", das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der "Truman-Doktrin" ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.

Kalter Krieg

Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 60er Jahren eine mehrfache "Overkill-Kapazität" verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen.
Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 60er und 70er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren, nach dem Motto: "Ja, er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund" (Noam Chomsky).
Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980-88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt.
Unter Präsident Ronald Reagan (1981-89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als "Reich des Bösen" (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes "Star-Wars-Programm" (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.
Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001
Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen bzw. multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Seit den Terror-Anschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, sehen sich die USA in einem weltweiten Krieg gegen den Terrorismus. George W. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen", der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea.
Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei.
Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und die Kriegsbegründungen (Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt.
Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben.
George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US- amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d.h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-$, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.

Geschichte

Seit dem 16. Jahrhundert siedelten immer mehr Europäer in Nordamerika und verdrängten die indigene Bevölkerung. Französische Siedler befuhren die Ströme Missisipi und St. Lorenz Strom. Und schnitten so den britischen Siedlern zunächst den Weg nach Westen ab. Die kolonisierten Teile an der Ostküste standen unter britischer Staatshoheit. 1773 kulminierten die Spannungen zwischen den Kolonien und Großbritannien in der Boston Tea Party. Mit der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 von Thomas Jefferson lösten sich die dreizehn britischen Kolonien schließlich von Großbritannien. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt.
Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbunds zu gewährleisten, wurde 1787 die Philadelphia Convention verabschiedet, die den USA damit die modernste Verfassung der damaligen Zeit gab. Heute ist es die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt.
Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich ein Gebiet von kontinentalen Ausmaßen, das etwa zehn Millionen Ureinwohner ("Indianer") bewohnten. Aus dieser Konstellation ergaben sich seit Anbeginn zwei wesentliche Aspekte US-amerikanischer Innenpolitik: Die Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie der Kampf der schwarzen Sklaven um die Bürgerrechte.

Indianerpolitik

Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Kolonisierung geprägt, die im wesentlichen den Imperialismus der europäischen Mächte in den USA, Großbritannien, Spanien und Frankreich fortsetzte. Erst mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine offensivere Politik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin, und 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt. Bis auch die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.

Sklaverei und Rassentrennung

Die Zahl der Sklaven hatte sich bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Die bis dahin die Politik dominierende Demokratische Partei spaltete sich an der Frage der Sklaverei. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861-1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht.
Jedoch standen den Afro-Amerikanern noch 100 Jahre Bürgerrechtskampf bevor, bis die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben wurden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), womit die Bürgerrechte allerdings noch nicht de facto durchgesetzt waren.
Der Schulbesuch von Schwarzen in "Weißen Schulen" musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden, im öffentlichen Leben insbesondere im Süden herrschte weiterhin faktische Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs seine berühmte "I have a Dream..."-Rede. 1968 wurde er ermordet. In den folgenden Jahrzehnten kam es wiederholt zu starken Rassenunruhen.

Industrialisierung

1890 wurde die Frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts, die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller.
Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.

Börsenkrach und New Deal

Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee Valley Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.

Nachkriegszeit

Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er

Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 60er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten.
Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück.

1980er

In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen "Three strikes and you are out" geantwortet, das für drei Bagatelldelikte 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen Todesstrafe, die in manchen Bundesstaaten häufig verhängt wird, ist ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten oder Sheriffs, die alle direkt gewählt werden. Die Verhängung der Todesstrafe hat also auch populistische Gründe, weil in den betreffenden Bundesstaaten die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung diese befürwortet.

Kunst und Kultur

Die US-amerikanische Kultur ist geprägt von der Vielfalt der ethnischen Einflüsse und Traditionen, die diverse Einwandergruppen mitbrachten. Diese führten auf allen Gebieten zu künstlerischen Höchstleistungen. Erst in den 1930er Jahren bildete sich durch die Massenmedien eine einheitliche US-amerikanische Populärkultur heraus. Bis heute werden in den ethnischen Gruppen traditionelle kulturelle Eigenarten intensiv gepflegt.
Die frühe Kulturproduktion in den USA war vor allem durch die englische "Leitkultur" geprägt, die aber aufgrund der neuen, einzigartigen Verhältnisse schnell an Eigenständigkeit gewann. Den afrikanischen Sklaven wurde eine Ausübung ihrer kulturellen Traditionen und eine eigene Kulturproduktion verboten, so das sie sich stark an europäischen Mustern orientieren mußten. Jedoch konnten Elemente ihrer Ursprungskulturen im Geheimen aufrecht erhalten werden. Auch die anderen Einwandererkulturen brachten Eigenes mit. Elemente der indianischen Kulturen hinterließen Spuren in der US-amerikanischen Kulturproduktion. Die nicht-europäischen Elemente der US-Kultur erfuhren jedoch erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gebührende Anerkennung.
Im 20. Jahrhundert lösten sich US-amerikanische Künstler von den Vorbildern der Alten Welt. Die unterschiedlichen kulturellen Disziplinen wurden in neue Richtungen erweitert - mit eindrucksvollen und innovativen Ergebnissen. Ein wesentlicher Beitrag der USA zur Weltkultur ist die Entwicklung des Jazz, der als erste eigenständige Musikform der USA gilt, des Blues und des Country, aus deren Zusammenführung in den 1950er Jahren der Rock �n´Roll enstand. Diese Musikkultur ist einzigartig durch den Zusammenfluss afro-amerikanischer mit europäischer Folklore. Er bildet heute eine zentrale Grundlage der populären Kultur der Westlichen Welt.
Literatur, Musik (Rock, Blues und Country) Filmkunst, Theater, Tanz und Architektur, ebenso wie andere Arten künstlerischen Ausdrucks wurden angereichert und verändert. Zur zeitgenössischen Kunst- und Unterhaltungsszene in den USA gehörten die Verjüngung der Musik, Neuentwicklungen im Modernen Tanz, die Verwendung ureigener amerikanischer Themen im Theater, die Filmproduktion in ihrer ganzen Bandbreite und die Globalisierung der Bildenden Künste.
Es gibt in den Vereinigten Staaten - ähnlich wie in Deutschland, aber ganz anders als in Frankreich - kein zentrales Kultusministerium, das eine landesweite Kulturpolitik steuert. In dieser Tatsache spiegelt sich die Überzeugung wider, dass es wichtige Bereiche im gesellschaftlichen Leben gibt, bei denen die Regierung nur eine kleine oder gar keine Rolle spielen sollte. Die zwei nationalen Stiftungen für Kunst und Geisteswissenschaften - National Endowment for the Arts´(NEA) und National Endowment for the Humanities´(NEH) - unterstützen mit Zuschüssen sowohl einzelne Künstler und Wissenschaftler als auch Institutionen, die im Bereich der Kunst und Geisteswissenschaften tätig sind. Während das Budget der NEA, das sich 2003 auf $115 Millionen Dollar beläuft, verhältnismäßig bescheiden ist, verglichen mit der Kulturförderung anderer Länder, so machen seit jeher private Spenden den Großteil der Kulturförderung aus. Diese privaten Spenden wurden für das Jahr 2002 auf ungefähr $12.1 Milliarden Dollar geschätzt. Während ihres 40-jährigen Bestehens hat die NEA ihre Gelder dazu benutzt, um private Schenkungen zu ermutigen, und dadurch allen US-Amerikanern einen Zugang zu den Künsten und Geisteswissenschaften zu ermöglichen.

Wirtschaft und Verkehr

Die USA sind mit einem BIP von (2003) 10,383 Billionen $ die größte Volkswirtschaft der Welt sowie das Land mit dem weltweit vierthöchsten Pro-Kopf- Bruttosozialprodukt (nach Luxemburg, Norwegen und der Schweiz) mit (2003: 37.800 Dollar (31.250 Euro)), (zum Vergleich: Deutschland: 22.740 $). Die Arbeitslosenquote betrug (2003: 6%), zum Vergleich: Deutschland: 12,6%). Die USA zählen zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt.
Die Armutsschwelle wird bei einem Jahreseinkommen von 18.810 Dollar (15.550 Euro) für eine vierköpfige Familie und von 9.393 Dollar (7.760 Euro) für eine alleinstehende Personen angesetzt. Jeder achte Einwohner der USA lebt demnach laut Angaben der US-Zensusbehörde in Armut. So stieg die Zahl der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, im Jahr 2003 um 1,3 Millionen auf 35,9 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme um 0,4 Punkte auf 12,5 Prozent. Es war das dritte Jahr in Folge, dass die Armut in den USA zunahm und die höchste Armut seit 1998, als die Quote bei 12,7 Prozent lag. (zum Vergleich: Deutschland: 13,5 %)
Außenhandel: Der Import belief sich 2003 auf Güter im Wert von 1263 Mrd. $, der Export auf 714 Mrd. $, womit ein hohes Handelsbilanzdefizit ausgewiesen ist. Die Inflationsrate lag (1990-2001) bei 2,0%.

Militär

Die Streitkräfte der USA sind unterteilt in Luftwaffe (Air Force; ca. 370.000 Soldaten), Heer (Army; ca. 500.000 Soldaten), Marine (Navy; ca. 370.000 Soldaten), Marineinfanterie (Marine Corps; ca. 172.000 Soldaten) und Küstenwache (Coast Guard; ca. 39.000 Mann), wobei letztere im Kriegsfall der Marine unterstellt wird. Darüber hinaus unterhält jeder Bundesstaat Einheiten der Nationalgarde (National Guard), welche normalerweise dem Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates unterstellt sind, aber auch bei internationalen Konflikten eingesetzt werden.
In den USA existiert die Wehrpflicht. Sie wurde allerdings nach dem Vietnamkrieg "ausgesetzt". Im Kriegs- und Verteidigungsfall setzt die USA seither ihre starke Berufsarmee ein. Eine Wiederaufnahme der Wehrpflicht gilt im Allgemeinen als eher unwahrscheinlich, auch wenn während des II. Irakkrieges in den USA Vermutungen formuliert wurden, dass die Wehrpflicht wieder angewandt werden könnte.
Die Vereinigten Staaten von Amerika waren die erste Atommacht der Welt, und sind der einzige Staat, der - in Hiroshima und Nagasaki - jemals Atombomben gegen Menschen eingesetzt hat. Auch auf dem Gebiet der konventionellen Rüstung sind sie jedem anderen Staat deutlich überlegen.
Das US-Militär betreibt außerhalb der Vereinigten Staaten mehr als 700 Stützpunkte in mehr als 130 Ländern, in allen Kontinenten der Erde. Auf dem Territorium der USA gibt es hingegen keine einzige militärische Basis eines anderen Landes.

Wissenschaft

Seit den Anfängen als unabhängige Nation haben die Vereinigten Staaten durch Ermöglichung des freien Austausches von Ideen, der Verbreitung von Wissen und durch die Aufnahme kreativer Menschen aus aller Welt Wissenschaft und Erfindungen gefördert. Die Verfassung spiegelt den Wunsch nach wissenschaftlicher Aktivität wider. Sie gibt dem Kongress die Befugnis, "den Fortschritt der Wissenschaft und nützlicher Künste zu fördern, indem Urhebern und Erfindern für eine begrenzte Zeit das Exklusivrecht auf ihre jeweiligen Schriften und Entdeckungen zugesichert wird". Diese Bestimmung ist Grundlage für das Patent- und Warenzeichensystem der Vereinigten Staaten.
Zwei der Gründerväter der USA waren selbst namhafte Wissenschaftler. Benjamin Franklin führte mit einer Reihe von Experimenten den Nachweis, dass der Blitz eine Art von Elektrizität ist, und erfand den Blitzableiter. Thomas Jefferson studierte Landwirtschaft und führte neue Reis-, Olivenbaum- und Grassorten in die Neue Welt ein.
Im 19. Jahrhundert stammten die führenden neuen Ideen in Naturwissenschaft und Mathematik aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Forscher und Erfinder aus den Vereinigten Staaten lagen zwar bei der Entwicklung von Theorien im Rückstand, aber sie brillierten in den angewandten Naturwissenschaften. Aufgrund der weiten Entfernung zwischen den Vereinigten Staaten und den Urspungsländern der westlichen Wissenschaft und Produktion war es oft notwendig, eigene Vorgehensweisen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund kam es zu einer Vielzahl wichtiger Erfindungen. Große amerikanische Erfinder sind Robert Fulton (Dampfschiff); Samuel F.B. Morse (Telegraf); Eli Whitney (die Baumwollentkörnungsmaschine Cotton Gin); Cyrus McCormick (Mäher); die Brüder Wright (Motorflugzeug) und Thomas Alva Edison, der mit mehr als eintausend Erfindungen produktivste Erfinder.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurden US-amerikanische Wissenschaftler zunehmend für ihre Beiträge zur reinen Wissenschaft, der Formulierung von Konzepten und Theorien, anerkannt. Diese Veränderung zeigt sich auch bei den Gewinnern der Nobelpreise in Physik und Chemie. Unter den Nobelpreisgewinnern in der ersten Hälfte des Jahrhunderts - 1901 bis 1950 - stellten US-Amerikaner in den Naturwissenschaften nur eine kleine Minderheit. Seit 1950 haben US-Amerikaner etwa die Hälfte der in den Naturwissenschaften verliehenen Nobelpreise erhalten.

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