Zentralafrika

Alle Fakten zu Zentralafrika

Die Zentralafrikanische Republik ist mitten im Afrikanischen Kontinent gelegen. Im Norden wird sie von Tschad begrenzt, im Westen vom Kamerun und im Süden von der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo. Der Osten des Landes wird eingegrenzt vom Nachbarland Sudan.

Internationales Kennzeichen:

RCA

Geographische Lage:

zwischen 2° und 11° nördlicher Breite sowie 14° 30´ und 27° 30´ östlicher Länge

Landesfläche:

622.984 km²
75% Wald und Buschland
3% Ackerland
5% Wiesen und Weiden

Ausdehnung:

O - W 1400 km
N - S 800 km

Hauptstadt:

Bangui

Größte Städte:

Bangui (ca. 524.000 Einwohner)
Berbérati (ca. 47.000 Einwohner)
Bouar (ca. 43.000 Einwohner)
Bambari (ca. 41.000 Einwohner)
Carnot (ca. 41.000 Einwohner)
Bossangoa (ca. 33.000 Einwohner)

Gliederung:

14 Präfekturen: Bamingui-Bangoran, Basse-Kotto, Haute-Kotto, Haute-Sangha, Haut-Mbomou, Kemo-Gribingui, Lobaye, Mbomou, Nana-Mambere, Ombella-Mpoko, Ouaka, Ouham, Ouham-Pende, Vakaga; 2 Sonderwirtschaftszonen: Gribingui, Sangham; Hauptstadtbezirk: Bangui

Geographisch Merkmale:

höchster Berg: Mont Kayagangiri 1.420 m

Beste Reisezeit:

Norden: Dezember bis Mai
Südwesten: Ganzjährig

Ortszeit/Zeitzonen:

MEZ (UTC + 1) Aktuelle Uhrzeiten finden Sie hier unter www.zeit-online.de

Fremdenverkehrsamt:

Ministère de l’Industrie du Commerce du Tourisme et de l’Artisanat
BP 655 CF-Bangui
Tel: 61 32 22 oder 61 10 55
Fax: 61 76 53

Landessprache:

Amtssprachen sind Sangho und Französisch. Umgangssprache sind Ubangi-Sprachen und Fulani.

Währung:

1 CFA Franc= 100 Centimes
Aktueller Kurs: www.wechselkurse.de
Währungskürzel: CFA Fr, XAF (ISO-Code)
Banknoten sind im Wert von 10.000, 5000, 2000, 1000 und 500 CFA Fr im Umlauf.
Münzen gibt es in den Nennbeträgen 500, 100, 50, 25, 10 und 5 CFA Fr.

Kreditkarten:

Werden meistens nicht akzeptiert. Reiseschecks: Können eingelöst werden, jedoch gegen hohe Gebühren. Sollten in Euro ausgestellt sein.

Bevölkerung:

3.324.000 Einwohner

Bevölkerungsdichte:

5.4 Menschen je km²

Post/Telegramm/Internet:

Post: Luftpostsendungen nach Europa sind mindestens eine Woche unterwegs. Postlagernde Sendungen werden nur im Postamt von Bangui aufgenommen. Es gibt mehre Postämter im Land, die sich jedoch noch im Entwicklungsstadium befinden.
Telegramme: Können aufgeben werden Sa 14.30-18.30 Uhr und So 8.00-18.00 Uhr
Internet/E-Mail: Internetanbieter: Socatel, Fateb und Bangui 2000
Mobiltelefon: GSM 900. Netzbetreiber: Telecel Centrafrique. Das Mobilfunknetz beschränkt sich auf die Hauptstadt Bangui.

Strom:

220/380 V, 50 Hz. Strom gibt es nur in größeren Orten.

Vorwahlen:

Nach Deutschland: 1949
Von Deutschland: 00236

Öffnungszeiten:

Banken: Mo bis Fr 7.30-11.30 Uhr Geschäfte: Mo bis Sa 8-12 und 16-19 Uhr Büro: Mo bis Fr 7.30-15.30 Uhr
Post: Mo bis Fr 7.30-11.30 und 14.30-16.30 Uhr
Briefmarkenverkauf: Zu den Öffnungszeiten der Postämter und zusätzlich Sa 14.30-18.30 Uhr und So 18.00-11.00 Uhr

Staatsform:

Präsidiale Republik

Staatsführung:

Präsident

Staatsreligion:

keine

Impfbestimmungen:

Zu den aktuellen Impfvorschriften und Impfempfehlung dieses Landes >> hier

Visa:

Visum notwendig. Zur Beantragung wird u. a. ein gültiger Reisepass gebraucht. Antragsdauer etwa 3 Wochen.

Botschaften/Konsulate:

Botschaft der Zentralafrikanischen Republik mit Konsularabteilung, Bonn
Zuständigkeiten: Bundesrepublik Deutschland
Johanniterstraße 19
53113 Bonn
Sprechzeit: Mo bis Fr 9-15 Uhr (für Visa- Angelegenheiten)
Tel: (02 28) 23 35 64
Fax: (02 28) 23 35 64
Homepage: www.botschaft-zentralafrika.de

Ambassade de la République fédérale d´Allemagne, Yaoundé
Rue Nouvelle Route Bastos, Bastos-Usine
Yaoundé
Tel: (00237) 220 05 66, 221 00 56, 221 44 34, 221 72 92
Bereitschaftsdienst: (00237) 770 07 05 Fax: (00237) 220 73 13
Email: DtBoJaunde@gmx.net

Die Zentralafrikanische Republik (sangho: Ködrö tî Bê-Afrika, franz. République centrafricaine) ist ein Staat in Zentral-Afrika. Sie grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an den Tschad, den Sudan, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun.

Flora und Fauna

Der dichte Tropische Regenwald im Süden ist eine der letzten Zufluchtsstätten für Flachlandgorillas und Waldelefanten. Der größte Teil des Landes besteht aber aus Grassavanne (Feuchtsavanne) und lichtem Wald. Zum Tierbestand zählen Elefanten, Affen, Antilopen, Büffel, seltene Vögel, sowie Warane und Flusspferde in den Gewässern.

Sprachen & Nationalfeiertag

• Französisch (Amtssprache), Sango (oder Sangho), verschiedene Ubangi-Sprachen und Fulfulde
• Nationalfeiertag: 1. Dezember

Kultur und Gesellschaft

Ausgebeutet während der französischen Kolonialherrschaft, erlangte das Land 1958 seine volle Unabhängigkeit. Die ursprüngliche Bevölkerungsgruppe, die Pygmäen, sind durch den vom Sudan betriebenen Sklavenhandel fast ausgelöscht worden. Später siedelten hier Bantu- und Azande-Völker. Im Süden dominieren Bantu der Ngalagruppe. Hinzu kommen im Norden nilotide Sara und Runga, in der Urwaldregion auch Pygmäen. Einige tausend Europäer, meist Franzosen, leben in den Städten. Während die Regenwaldgebiete und die Trockensavanne fast menschenleer sind, ist der größte Teil der Bevölkerung entlang den wichtigsten Wasserwegen des Landes angesiedelt.

Mehr als die Hälfte der Einwohner hängt indigenen Religionen an, ein gutes Drittel dem Christentum (Katholiken) und der Rest (8%) dem Islam. Trotz Schulpflicht liegt die Analphabetenrate noch über 60%. Seit 1970 besitzt das Land in Bangui eine Universität.

Wirtschaft

Weniger als ein Drittel des Landes werden für die Landwirtschaft genutzt, die fast ausschließlich der örtlichen Ernährung dient.
Exportiert werden Erdnüsse, Baumwolle, Kaffee und Palmfrüchte.
Grundnahrungsmittel sind Reis, Hirse und Maniok.
Wichtigster Bodenschatz sind Diamanten. Der Ubangi-Fluss ist der wichtigste Transportweg, da das Straßennetz in der Regenzeit häufig überflutet ist.

Eine soziale Versorgung gibt es kaum, das Gesundheitswesen ist der Schlafkrankheit, Malaria, der Lepra, Aids und anderen Krankheiten nicht gewachsen, Schulbildung ist kostenlos, aber nur einer Minderheit zugänglich, die Medien unterliegen einer staatlichen Zensur.

1900 wurde das Gebiet von Ubangi-Chari, heute die Zentralafrikanische Republik, französisches Militärterritorium. Am 25. 1. 1910 wurde Ubangi-Chari zur eigenständigen Kolonie innerhalb von Französisch Äquatorialafrika. Im zentralafrikanischen Freiheitskampf wurde Barthélemy Boganda(1910-1959) 1947 zum Anführer und zur Symbolfigur. Er gründete 1949 den Mouvement d´Évolution Sociale de l´Afrique Noire (MESAN), der sich auf eine breite Zustimmung der Landbevölkerung stützte.

1950

Am 31.3. 1957 gewann in den Wahlen zum Landesparlament der MESAN sämtliche Sitze. Boganda wies eine Regierungsbildung aber von sich, da er nicht unter einem Kolonialsystem dienen wollte. Am 1.12. 1958 erhielt Zentralafrika die innere Autonomie. Boganda wurde Premierminister. 1960 Das Land wurde am 13.8. 1960 als "Zentralafrikanische Republik" in die Unabhängigkeit entlassen. David Dacko (*1930) wurde erster Präsident.

Von 1962 bis 1964 wurde der MESAN sukzessive zur höchsten Instanz innerhalb des Staates ausgebaut, was unter anderem die obligatorische Mitgliedschaft für alle Bürger zur Folge hatte.

Am 1.1. 1966 putschte sich Armeechef Bokassa Jean Bedel (1921-1996), ein Neffe Bogandas, an die Macht. Der gestürzte Präsident David Dacko wurde unter Hausarrest gestellt.

1970

Bokassa sicherte sich seine Macht durch landesweiten Terror, Folter und Ausschaltung jeglicher Opposition. Französische Truppen standen ihm dabei zur Seite. 1972 wurde Bokassa zum Präsident auf Lebenszeit ernannt. Am 4. 12. 1976 ließ sich Jean Bédel Bokassa zum Kaiser krönen (Bokassa I.). Zentralafrika wurde Monarchie.

Im Januar 1979 kam es zu heftigen Schüler- und Studentenunruhen, die mit Hilfe aus Zaire unterdrückt wurden. Es kam zu Verhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen zahlreicher Jugendlicher und Oppositioneller, bei denen Bokassa eine direkte Mitbeteiligung vorgeworfen wird.

Am 21.9. 1979 nutzte David Dacko die Abwesenheit des Kaisers, der sich zu einem Besuch in Libyen aufhielt, zu einem Putsch. Kaiser Bokassa wurde abgesetzt, es folgte die Wiedereinführung der Republik.

1980

Im Januar 1981 gewann David Dacko die Parlamentswahlen. Er wurde jedoch am 1.9. 1981 ducrh einen Putsch des Generals André Kolingba mit Zustimmung Frankreichs aus dem Amt gedrängt. Am 23.10. 1986 kehrte Ex-Kaiser Bokassa zurück. Er wurde verhaftet und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde 1988 in Zwangsarbeit umgewandelt. Bokassa starb am 3. November 1996 in Bangui.

1990

Am 4.7. 1991 wurden auf ausländischen Druck politische Parteien wieder zugelassen.
Am 1.9. 1993 erließ Kolingba eine Generalamnestie. Auch Ex-Kaiser Bokassa wurde freigelassen.
Am 19.9. 1993 wurde Ange-Félix Patassé neuer Präsident. Von 1996 bis 1997 fanden Militärrevolten und Umsturzversuche gegen die Regierung Patassé statt.
1999 kam es zu schweren Zusammenstöße zwischen Oppositionellen und Regierungsanhängern. Die Wiederwahl von Präsident Patassé erfolgte am 22.10..

2000

Am 15.2. 2000 endete des Mandats der UN-Friedenstruppen nach rund zweijährigem Einsatz.

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